Düsseldorfer Tabelle 2016

Das OLG Düsseldorf hat die ab 1. Januar 2016 geltenden Bedarfssätze unterhaltsberechtigter Kinder veröffentlicht. Diese Erhöhung beruht auf der neuen Mindestunterhaltsverordnung, nach der der Mindestunterhalt unmittelbar am Existenzminimum des minderjährigen Kindes orientiert.

Die „Düsseldorfer Tabelle“, die vom Oberlandesgericht Düsseldorf herausgegeben wird, dient als Richtlinie zur Bemessung des angemessenen Kindesunterhalts im Sinne des § 1610 BGB.

Die Erhöhung der Bedarfssätze unterhaltsberechtigter Kinder in diesem Tabellenwerk beruht auf der Verordnung zur Festlegung des Mindestunterhalts minderjähriger Kinder nach § 1612a BGB (Mindestunterhaltsverordnung), die für 2016/2017 erstmals im Dezember 2015 vom Bundesministerium des Justiz und des Verbraucherschutzes veröffentlicht wurde. Hintergrund dieser Rechtsverordnung ist die Änderung der Berechnungsmethode des Mindestunterhalts in § 1612a BGB.

So ergeben sich die sogenannten Zahlbeträge aus der Düsseldorfer Tabelle:

  • Der Unterhalt nach der ersten Einkommensgruppe der „Düsseldorfer Tabelle“ entspricht dem in der Mindestunterhaltsverordnung festgesetzten Mindestunterhalt.
    Die Unterhaltssätze der höheren Einkommensgruppen bauen hierauf auf.
  • Auf den Bedarf des Kindes ist nach § 1612b BGB das Kindergeld anzurechnen.
    Das Kindergeld beträgt ab dem 1. Januar 2016 für ein erstes und zweites Kind 190 Euro, für ein drittes Kind 196 Euro und für das vierte und jedes weitere Kind 221 Euro.
  • Das Kindergeld ist bei minderjährigen Kindern in der Regel zur Hälfte auf den Unterhaltsbedarf anzurechnen, bei Volljährigen in der Regel komplett.

Der sich dann ergebende Zahlbetrag ist aus den Tabellen im Anhang der „Düsseldorfer Tabelle“ ablesbar.

Übersicht über die neuen Zahlbeträge

1. und 2. Kind 0–5 6–11 12–17 ab 18 %
1. bis 1500 240 289 355 326 100
2. 1501–1900 257 309 378 352 105
3. 1901–2300 274 328 400 378 110
4. 2301–2700 291 347 423 404 115
5. 2701–3100 307 366 445 430 120
6. 3101–3500 334 397 481 471 128
7. 3501–3900 361 428 517 512 136
8. 3901–4300 388 458 553 554 144
9. 4301–4700 415 489 589 595 152
10. 4701–5100 441 520 625 636 160

 

3. Kind

0–5

6–11

12–17

ab 18

%

1. bis 1500 237 286 352 320 100
2. 1501–1900 254 306 375 346 105
3. 1901–2300 271 325 397 372 110
4. 2301–2700 288 344 420 398 115
5. 2701–3100 304 363 442 424 120
6. 3101–3500 331 394 478 465 128
7. 3501–3900 358 425 514 506 136
8. 3901–4300 385 455 550 548 144
9. 4301–4700 412 486 586 589 152
10. 4701–5100 438 517 622 630 160

 

Ab 4. Kind

0–5

6–11

12–17

ab 18

%

1. bis 1500 224,50 273,50 339,50 295 100
2. 1501–1900 241,50 293,50 362,50 321 105
3. 1901–2300 258,50 312,50 384,50 347 110
4. 2301–2700 275,50 331,50 407,50 373 115
5. 2701–3100 291,50 350,50 429,50 399 120
6. 3101–3500 318,50 381,50 465,50 440 128
7. 3501–3900 345,50 412,50 501,50 481 136
8. 3901–4300 372,50 442,50 537,50 523 144
9. 4301–4700 399,50 473,50 573,50 564 152
10. 4701–5100 425,50 504,50 609,50 605 160

Erhöhung der Bedarfssätze studierender Kinder

Zum 1. Januar 2016 wird auch der Bedarfssatz eines studierenden volljährigen Kindes, das nicht bei seinen Eltern oder einem Elternteil wohnt, angehoben. Dieser Bedarfssatz war seit dem 1. Januar 2011 unverändert und bedurfte daher der Anpassung. Berücksichtigt wurde dabei der ab Herbst 2016 geltende BAföG-Höchstsatz. Ab 1. Januar 2016 beträgt der Bedarfssatz daher 735 Euro (bisher 670 Euro), darin enthalten ist ein Wohnkostenanteil in Höhe von 300 Euro.

Die ab 1. Januar 2016 geltende Fassung der Düsseldorfer Tabelle ist auf der Internetseite des Oberlandesgerichts Düsseldorf veröffentlicht.