Positionspapier mahnt werteorientierte Migrationspolitik und stärkeren Flüchtlingsschutz an.
Der Paritätische Gesamtverband hat sich in einem aktuellen Positionspapier kritisch zu bilateralen und europäischen Migrationsabkommen positioniert. Angesichts der politischen Debatte über solche Abkommen warnt der Wohlfahrtsverband vor einer einseitigen Fokussierung auf Migrationskontrolle und fordert stattdessen eine menschenrechtsbasierte Ausrichtung.
Solidarität und Verantwortung im Fokus
In dem im Januar 2026 veröffentlichten Papier betont der Verband, der rund 11.000 soziale Organisationen vertritt, die Notwendigkeit einer wertegeleiteten Migrationspolitik. Diese müsse auf eine faire internationale Verantwortungsteilung im Flüchtlingsschutz abzielen und Migration zugleich als gesellschaftliches und wirtschaftliches Potenzial für Deutschland begreifen.
Legale Zugänge zur Arbeitsmigration ausbauen
Positiv bewertet der Paritätische Initiativen zum Ausbau regulärer Zugangswege für Fachkräfte, Auszubildende und Studierende. Genannt werden unter anderem kürzere Visaverfahren und vereinfachte Anerkennungen ausländischer Berufsabschlüsse. Zugleich mahnt der Verband verbindliche ethische Standards bei der Anwerbung an, um Fachkräfteabwanderung aus Herkunftsländern zu vermeiden. Auch geringqualifizierte Arbeitskräfte sollten stärker einbezogen werden.
Ablehnung von Abschottung und Externalisierung
Deutliche Kritik richtet sich gegen Maßnahmen zur Abschreckung von Migration, etwa durch die Unterstützung ausländischer Sicherheitskräfte zur Grenzsicherung. Stattdessen fordert der Verband legale Fluchtwege, staatliche Seenotrettung sowie den Schutz zivilgesellschaftlicher Akteure. Eine Auslagerung von Asylverfahren oder eine Absenkung des Schutzniveaus lehnt der Paritätische ausdrücklich ab.
Keine Verknüpfung mit Entwicklungshilfe
Abschließend spricht sich der Verband gegen die Nutzung von Entwicklungszusammenarbeit als migrationspolitisches Druckmittel aus und fordert transparente Verhandlungen unter Einbeziehung der Zivilgesellschaft.
Quelle: Paritätischer Gesamtverband