Bundeswehr eröffnet Innovationszentrum für neue militärische Technologien

Mit dem neuen Innovationszentrum in Erding stärkt die Bundeswehr ihre Fähigkeit, technologische Entwicklungen schneller aufzugreifen und in die Streitkräfte zu überführen. Die Einrichtung soll Innovationen gezielt vorantreiben und die Zusammenarbeit mit Wissenschaft und Wirtschaft intensivieren.

Technologische Sprünge können militärische Kräfteverhältnisse innerhalb kürzester Zeit verändern. Um darauf schneller reagieren zu können, hat die Bundeswehr am 2. Februar 2026 in Erding ihr neues Innovationszentrum offiziell eröffnet. Die Einrichtung ist als zentraler Ansprechpartner für Start-ups, Unternehmen und wissenschaftliche Einrichtungen konzipiert. Erste Innovations- und Testkampagnen sind bereits angelaufen.

Innovation als Voraussetzung militärischer Handlungsfähigkeit

Bei der Eröffnung wurde deutlich, welchen Stellenwert technologische Erneuerung für die Bundeswehr hat. Große, langfristig angelegte Rüstungsprojekte allein reichten nicht aus, um die Verteidigungsfähigkeit dauerhaft sicherzustellen. Entscheidend sei vielmehr, neue Technologien schneller verfügbar zu machen und zeitnah in der Truppe nutzbar werden zu lassen.

Das Innovationszentrum soll hierzu einen wesentlichen Beitrag leisten. Es bringt zusätzliche Flexibilität und Kreativität in den Rüstungsprozess und ist organisatorisch direkt im Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) verankert. Gleichzeitig verfügt es über weitgehende Handlungsfreiheit, um unabhängig von klassischen Beschaffungswegen als Entwicklungstreiber zu wirken.

Schnittstelle zwischen Militär und Zivil

Das Innovationszentrum arbeitet bewusst abseits etablierter Beschaffungsstrukturen. Es führt eigene Marktanalysen durch und ist zuständig für die Koordination, Entwicklung und das Ideenmanagement innovativer Vorhaben, die die Bundeswehr technologisch stärken sollen. Ein zentraler Auftrag besteht darin, militärische Bedarfe mit zivilen Lösungsansätzen zusammenzuführen.

Dazu vernetzt die Einrichtung Akteure aus Wissenschaft, Start-ups und etablierten Unternehmen mit der militärischen Seite. Diese Zusammenarbeit ist sowohl national als auch international angelegt. Der Austausch mit europäischen Partnern ist fester Bestandteil der Arbeit des Innovationszentrums und soll die technologische Anschlussfähigkeit der Bundeswehr sichern.

Neue Technologie in der Erprobung

Formal wurde das Innovationszentrum bereits am 1. Dezember 2025 aufgestellt. Seitdem hat es bestehende Projekte übernommen und baut diese nun systematisch aus. Im Mittelpunkt stehen unter anderem unbemannte Systeme und deren Abwehr, KI-gestützte Drohnenschwärme, Lasersysteme sowie Kleinstsatelliten.

Diese Technologien werden im Rahmen konkreter Testkampagnen untersucht. Ziel ist es, deren militärischen Nutzen frühzeitig zu bewerten und erfolgversprechende Ansätze zügig weiterzuentwickeln, um sie perspektivisch in die Streitkräfte einzuführen.

Innovation ist eine dauerhafte Aufgabe

Die Bedeutung schneller Innovationszyklen zeigt sich aktuell besonders deutlich in modernen Konflikten. Verkürzte Entwicklungszeiten und der unmittelbare Einsatz neuer Technologien verändern das Gefechtsfeld fortlaufend. Für die Bundeswehr folgt daraus, dass technologische Überlegenheit nicht als gegeben vorausgesetzt werden kann.

Innovation ist daher kein optionales Zusatzthema, sondern eine dauerhafte Kernaufgabe. Bereits einzelne technologische Durchbrüche können bestehende Fähigkeiten in Frage stellen und erfordern schnelle Anpassungen.

Weiterentwicklung der Innovationslandschaft der Bundeswehr

Innerhalb der Bundeswehr existieren bereits mehrere Akteure, die Innovationen auf unterschiedlichen Ebenen vorantreiben. Das Innovationszentrum übernimmt hier eine koordinierende Rolle und bildet gemeinsam mit diesen Einrichtungen die Innovationslandschaft der Bundeswehr. Diese soll in den kommenden Jahren weiter ausgebaut und gestärkt werden, unter anderem durch zusätzliche Ressourcen und neue Innovationskampagnen.

Außerdem sind perspektivisch weitere Standorte vorgesehen. So ist die Einrichtung einer Außenstelle mit Schwerpunkt auf maritimen Technologien geplant. Der Standort Erding bildet dabei den Ausgangspunkt und soll im Verlauf des Jahres personell weiter wachsen. Von hier aus sollen künftig zahlreiche technologische Impulse ausgehen, die die Verteidigungsbereitschaft der Bundeswehr nachhaltig stärken.

Quelle: https://www.bundeswehr.de/de/meldungen/pistorius-innovationszentrum-erding-6064142