5 Fehlerquellen im Dienstzeugnis

Fehler im Zeugnis sind nie schön und können einem manche Jobchance verbauen: Unsere 5 Tipps machen es einfach, Fehlerquellen im Dienstzeugnis zu entdecken.

1. Militärischer Sprachgebrauch

Zum militärischen Sprachgebrauch zählen wir auch die Vorliebe der Bundeswehr für Abkürzungen. Doch Wortabkürzungen grenzen aus. Sie vermitteln eine Zugehörigkeitsidentität. Sie trennen „Insider“ von „Outsidern“. Dienstzeugnisse werden bekanntlich für die zivile Arbeitswelt verfasst. Diese Zielstellung verbietet Abkürzungen kategorisch.

Auch die Sprachgepflogenheiten unterscheiden sich deutlich von zivilen Formulierungen. Besonders charakteristisch ist, dass die „Bundeswehrsprache“ sogenannte Passivformulierungen bevorzugt. Häufig liest man in Dienstzeugnissen: „Herr XY wurde zur Bundeswehr eingezogen. Dann wurde er als … verwendet. Er wurde versetzt, kommandiert, eingesetzt und abgeordnet.“

In Vorstellungsrunden mit Zeitsoldaten sind die Selbstpräsentationen mit passiven Formulierungen gespickt. Es klingt äußerst gewöhnungsbedürftig, wenn ein Bewerber erzählt: „Dort bin ich als Feuerleitoffizier verwendet worden.“ Für uns klingt dies wie ein Rezept, in dem steht, verwenden Sie bitte 300g Butter.

2. Unverständliche Tätigkeitsbeschreibungen und fehlende (lückenhafte) Darstellung der Anforderungen

Die Bundeswehr ist das einzige Unternehmen ihrer Art. Dies wirkt sich oft negativ auf wichtige Zeugnispassagen aus. Sind Tätigkeiten für den zivilen Leser unverständlich dargestellt und Anforderungen nicht oder nur lückenhaft beschrieben, fehlt dem Zeugnisleser die Möglichkeit, die jeweilige Position treffsicher einzuschätzen. Die Frage nach der Berufserfahrung und damit nach dem Nutzen eines Bewerbers für das Unternehmen bleibt unbeantwortet. Das erschwert es den Interviewern, einerseits die Selbstdarstellung des Bewerbers zu überprüfen und andererseits ein Gefühl für die Bedeutung (Wertigkeit) des betreffenden Dienstpostens zu entwickeln.

3. Persönlichkeitsbeschreibungen ohne erkennbaren Bezug zu den Tätigkeiten und deren Anforderungen

Zu allen im Zeugnis aufgeführten (oder vermuteten) Anforderungskriterien muss in der Persönlichkeitsbeschreibung eine Aussage getroffen werden. Natürlich dürfen darüber hinausgehende Eigenschaften genannt werden, wenn diese der genaueren Beschreibung der jeweiligen Person dienen. Da der Umfang eines Dienstzeugnisses jedoch im Idealfall eine Seite, maximal eineinhalb Seiten, nicht überschreiten sollte, muss man sich auf das Wesentliche beschränken. Nicht zuletzt müssen die Proportionen zwischen den Abschnitten stimmig sein. Achten Sie besonders darauf, dass die Persönlichkeitsbeschreibung in Bezug zur Tätigkeit und ihren Anforderungen steht!

4. Doppeldeutige Begriffe und Formulierungen

Worte haben nicht nur einen bestimmten Bedeutungsinhalt, sondern lösen auch Gefühle aus. Bei dem Wort „Sättigungsbeilage“ wird niemand an ein Drei-Sterne-Menü denken! Und das Wort „Konfrontation“ lässt keinen harmonischen Gedankenaustausch vermuten. In vielen Dienstzeugnissen wird die Wortwahl nicht mit der erforderlichen Sorgfalt vorgenommen.

5. Verspätete Erstellung des Dienstzeugnisses

Das Ende der aktiven Dienstzeit ist bei Zeitsoldaten in der Regel schon viele Jahre vorher bekannt oder zumindest absehbar. Es gebietet die Logik, dass sich Soldatinnen und Soldaten rechtzeitig auf die Zeit danach vorbereiten. Wer dies versäumt, wird sich zumindest Initiativlosigkeit oder mangelndes Problembewusstsein vorwerfen lassen müssen. Überdies würde sich in diesem Fall auch ein negatives Vorurteil bestätigen, mit dem Zeitsoldaten häufig konfrontiert werden: „Vollkaskodenken ohne Eigeninitiative!“

Dieser Artikel ist ein Auszug aus unserem Bestseller Dienstzeugnisse der Bundeswehr:

Die Arbeitshilfe hilft Vorgesetzten bei der Erstellung des Dienstzeugnisses und unterstützt Bewerber bei der Überprüfung des Zeugnisses auf Fehler oder falsche Formulierungen:

  • Dienstzeugnis und Bewerbungserfolg
  • Verantwortung des Zeugnisschreibers
  • Darstellung und Nutzen militärischer Lehrgänge
  • Tätigkeits- und Aufgabenbeschreibungen
  • Prioritätensetzung
  • Sonderfälle im Blick


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