Die Gewerkschaft ver.di hat die Beschäftigten an Universitätskliniken aufgerufen, am 27. und 28. Januar 2026 die Arbeit niederzulegen.
Enttäuschung nach zweiter Verhandlungsrunde
Ernüchtert zeigten sich die Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes (ver.di sowie dbb beamtenbund und tarifunion) nach der zweiten Verhandlungsrunde im Tarifkonflikt beim öffentlichen Dienst der Länder.
dbb-Verhandlungsführer Volker Geyer beklagte, der von der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) vorgelegte Einigungskorridor entspreche keinem abschlussfähigen Angebot, um eine Einigung im Februar 2026 erzielen zu können. Es habe kaum erkennbare Fortschritte gegeben.
Vergleich zu TVöD-Abschluss
Man werde kein Angebot der TdL annehmen, das weit hinter dem Abschluss für die Beschäftigten von Bund und Kommunen vom April 2025 liegen werde. Dort verständigte man sich auf eine Gehaltserhöhung in zwei Schritten in Höhe von 3,0 Prozent bei einem Mindestbetrag von 110 Euro und von weiteren 2,8 Prozent.
Die aktuelle Gewerkschaftsforderung liegt bei 7 Prozent Lohnsteigerung bei einem Mindestbetrag von 300 Euro; die Arbeitgeberseite hat in der zweiten Verhandlungsrunde erklärt, man könne sich eine Erhöhung der Entgelte leicht über der Inflationserwartung vorstellen.
Zeichen stehen auf Streik
Nach Ansicht von ver.di-Vorsitzenden Frank Werneke hätten die Arbeitgeber den Ernst der Lage für die Beschäftigten der Länder nicht erkannt. Zugleich hat er sie aufgerufen, die Forderungen der Gewerkschaften durch Streikaktionen zu unterstützen.
Dem Aufruf kommen die Beschäftigten im Gesundheitswesen nach, wovon am 27. und 28. Januar 2026 die Universitätskliniken betroffen sind. Ärzte, die zum größten Teil in der Ärztegewerkschaft Marburger Bund organisiert sind, nehmen an dieser Tarifrunde nicht teil und verrichten ihre Arbeit ohne Einschränkungen.
Weitere Wochen mit Warnaktionen
Bis zum 11. Februar 2026, dem Auftakt der dritten Verhandlungsrunde, ist mit weiteren Beeinträchtigungen bei Finanzverwaltungen, Straßenräumdiensten und Schulen zu rechnen.