Gelingt eine Tarifeinigung in Hessen?

Für 26. und 27. März 2026 ist die letzte Verhandlungsrunde im Tarifstreit für den hessischen Landesdienst anberaumt, bei der ein Ergebnis gefunden werden soll.

7 Prozent mehr Geld

Die Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes (ver.di sowie dbb beamtenbund und tarifunion) fordern vom Land Hessen, dass die rund 58.000 Tarifbeschäftigten der Länderbehörden eine Gehaltserhöhung von sieben Prozent bei mindestens 300 Euro erhalten.

Das Tarifergebnis soll zudem zeit- und inhaltsgleich auf die hessischen Landes- und Kommunalbeamten übertragen werden. Die Vergütung der Auszubildenden soll um 200 Euro angehoben werden. Die Laufzeit der Entgeltregelungen soll nach Gewerkschaftsvorstellungen bei einem Jahr liegen.

Erfolgloser Verhandlungsauftakt

Die erste Verhandlungsrunde fand am 27. Februar 2026 statt, die ergebnislos verlief. Enttäuscht zeigte sich dbb-Verhandlungsführer Andreas Hemsing, der sich den Auftakt konkreter gewünscht hätte. Es gelte, den Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst des Landes Hessen weiterzuentwickeln und innerhalb des öffentlichen Dienstes konkurrenzfähig zu halten.

In der laufenden Tarifrunde wird auch darüber verhandelt, ob die 12.000 bis 13.000 studentischen Hilfskräfte in den Geltungsbereich der tariflichen Regelungen einbezogen werden. ver.di Hessen fordert, dass der momentane Status – nämlich kurze Beschäftigungsverträge, Bezahlung nur knapp über den Mindestlohn und keine tariflichen Schutzrechte – beendet gehöre.

Durchführung von Warnstreiks

Im Vorfeld der Tarifgespräche Ende März haben die Gewerkschaften zur Teilnahme an Streikaktionen aufgerufen. So haben sich etwa am 24. März 2026 2.800 Protestierende in Frankfurt und Kassel versammelt, die Wertschätzung vom Arbeitgeber auch in finanzieller Hinsicht verlangt haben.


Innenminister Roman Poseck als Verhandlungsführer des Landes Hessen mahnt, dass ein Tarifabschluss nachhaltig und verantwortbar sein muss. Die Forderungen der Gewerkschaften würden zusätzliche 1,6 Milliarden Euro kosten, was die Finanzlage nicht hergebe.