Praxisratgeber Pflegeversicherung

Praxisratgeber Pflegeversicherung

Ansprüche und Leistungen für pflegebedürftige Erwachsene, Säuglinge, Kinder, Jugendliche
Walhalla Rechtshilfen

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Einband: kartoniert
Umfang: 240 Seiten
Format: 12,5 x 18,7 cm
ISBN: 978-3-8029-4166-5
Bestellnummer: 4166
Gewicht (Gramm): 232
Auflage: 3., aktualisierte
Erscheinungstermin: Januar 2024
Alle Leistungen kennen und nutzen Pflegebedürftigkeit betrifft alle Bevölkerungsgruppen vom...

Alle Leistungen kennen und nutzen

Pflegebedürftigkeit betrifft alle Bevölkerungsgruppen vom Baby bis zum Erwachsenen. Angehörige oder Helfer stehen den Betroffenen oft zur Seite, organisieren und übernehmen die Pflege.

Dieses Füreinander erfordert das nötige Wissen,

  • wie die Pflegeversicherung funktioniert,
  • welche Leistungen in Betracht kommen,
  • wie diese kombiniert und geltend gemacht werden.

Der Praxisratgeber Pflegeversicherung vermittelt das nötige Know-how, damit Betroffene und ihre Angehörigen selbst handeln und bestimmen können:

  • Wie funktioniert die Pflegeversicherung?
  • Welche Rechte und Ansprüche und welche Pflichten bestehen aus dem Versicherungsverhältnis?
  • Was bedeutet Pflegebedürftigkeit?
  • Wie läuft die Begutachtung zur Einstufung ab?
  • Nach welchen Grundsätzen werden die Pflegegrade ermittelt?
  • Welche Leistungen können wie kombiniert werden?
  • Was ist bei der Beantragung von Hilfs- und Pflegehilfsmitteln zu beachten?
  • Welche Hilfen gibt es für pflegende Angehörige?
  • Was tun, wenn ein Antrag abgelehnt wurde?
  • Welche Besonderheiten sind bei Begutachtung und Leistungen von pflegebedürftigen Säuglingen, Kleinkindern, Kindern und Jugendlichen zu beachten?

Das Buch ist auch als schnelles Nachschlagewerk für Helfer aus dem sozialen Bereich geeignet, um Betroffenen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.

Mit den Neuerungen 2024 und 2025 durch das Pflegeunterstützungs- und entlastungsgesetz (PUEG).

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Zahlreiche gesetzliche Änderungen 2024

Verbesserungen für pflegebedürftige Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene

Zum Jahreswechsel gibt es im Leistungsbereich Verhinderungspflege Verbesserungen für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene bis zur Vollendung des 25. Lebensjahrs, die schwerste Beeinträchtigung der Selbständigkeit haben. Unser Autor Dr. André Wieprecht stellt diese vor.

Verbesserungen für pflegebedürftige Kinder ab 1. Januar 2024

Mit dem Pflegeunterstützungs- und -entlastungsgesetzes (PUEG) kommt es ab dem 1. Januar 2024 speziell für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene der Pflegegrade 4 und 5, die das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, zu Erleichterungen im Bereich der Verhinderungspflege.

Grundsatz der Verhinderungspflege nach § 39 SGB XI

Die Verhinderungspflege ermöglicht die zeitweise Übernahme der häuslichen Pflege durch einen „Ersatzpfleger“, wenn die Pflegeperson zum Beispiel wegen Krankheit oder eines Erholungsurlaubs an der Pflege des Pflegebedürftigen mit mindestens Pflegegrad 2 gehindert ist. Für Eltern als (Vollzeit-)Pflegeperson bietet sich zudem die Möglichkeit eine Pause vom Pflegealltag einzulegen. Dies kann auch nur stundenweise sein, um etwa in Ruhe einzukaufen, gemeinsam mit Freunden etwas zu unternehmen oder eigene Termine wahrzunehmen.

Vorpflegezeit von sechs Monaten entfällt

Der Anspruch der Verhinderungspflege hängt in der Regel von der Einhaltung einer sechsmonatigen Vorpflegzeit des Pflegebedürftigen ab. Dies bedeutet, dass die Pflegeperson den Pflegebedürftigen vor der erstmaligen Verhinderung mindestens sechs Monate in der häuslichen Umgebung gepflegt haben muss. Diese starre Frist wird ab 1. Januar 2024 bei pflegebedürftigen Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen der Pflegegrade 4 oder 5, die das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, nicht mehr angewendet. Das bedeutet, dass unmittelbar ab dem Vorliegen des Pflegegrades 4 bzw. 5 die Verhinderungspflege in Anspruch genommen werden kann. Diese Erleichterung führt in der Praxis dazu, dass bei einer (erstmaligen) Verhinderung zum Beispiel der pflegenden Eltern innerhalb der ersten sechs Monate der häuslichen Pflege sie ihr Kind nicht in eine vollstationäre Kurzzeitpflege geben müssen, um die Pflege sicher zu stellen. Dem pflegebedürftigen Kind bleibt zudem ein in den meisten Fällen belastender Ortswechsel erspart.

Änderung des Anspruchszeitraums auf Verhinderungspflege

Neu ist außerdem, dass die Pflegeversicherung die nachgewiesenen Kosten einer Ersatzpflege bei pflegebedürftigen Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen bis zur Vollendung des 25. Lebensjahrs mit den Pflegegraden 4 und 5 für bis zu acht Wochen pro Kalenderjahr (Höchstdauer von 56 Tagen) übernimmt. Damit wird der Leistungszeitraum der Verhinderungspflege um zwei Wochen, also um 14 Tage erhöht, was zu einem Mehr an Handlungsspielraum führt.

Leistungsumfang der Verhinderungspflege

Im Vorgriff auf die Einführung des Gemeinsamen Jahresbetrags für die Verhinderungspflege und der Kurzzeitpflege zum 1. Juli 2025 besteht die Möglichkeit für die Gruppe der o. g. pflegebedürftigen Kinder, Jugendlichen bzw. jungen Erwachsenen den Leistungsbetrag auf ein Gesamtbudget von bis zu 3.386 Euro pro Kalenderjahr zu erhöhen. Dies setzt voraus, dass die Pflege durch eine Ersatzpflegeperson erfolgt, die mit der pflegbedürftigen Person weder bis zum zweiten Grad verwandt oder verschwägert ist noch mit ihr in häuslicher Gemeinschaft lebt. In diesem Fall wird der finanzielle Rahmen des Grundbetrages der Verhinderungspflege von bis zu 1.612 Euro im Kalenderjahr statt der üblichen 806 Euro um den vollen Betrag der Kurzzeitpflege in Höhe von 1.774 Euro erweitert. Dabei ist jedoch zu beachten, dass dies nur für nicht verbrauchte Mittel aus der Kurzzeitpflege gilt.

Ausnahme vom Grundsatz

Eine Ausnahme vom o. g. Grundsatz zur Verhinderungspflege gilt für den Fall, dass die Pflege durch eine Ersatzpflegeperson erfolgt, die

  • mit dem pflegebedürftigen Kind, Jugendlichen oder jungen Erwachsenen, welches bzw. welcher das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet und den Pflegegrad 4 oder 5 hat,
  • bis zum zweiten Grad verwandt (z.B. Großeltern, Enkelkinder) oder verschwägert (z.B. Schwiegereltern, Stiefkinder) ist oder mit ihr in häuslicher Gemeinschaft lebt und
  • die Ersatzpflege nicht erwerbsmäßig ausübt.

In diesem Fall können die Kosten bis auf den Betrag des Pflegegeldes für bis zu zwei Monate, also das 2-fache des Pflegegeldes (aber begrenzt auf den Höchstbetrag von 1.612 Euro), erstattet werden. Auch dies ist eine Neuerung, da sonst nur das 1,5-fache des Pflegegeldes als Höchstbetrag für sechs Wochen geltend gemacht werden kann (vgl. § 39 Abs. 3 SGB XI). Dies bedeutet letztlich für die o. g. Gruppe von Pflegebedürftigen, dass die Pflegekasse nachgewiesene Kosten nebst zusätzliche Aufwendungen, wie notwendige Fahrt- und Unterkunftskosten bis zu 1.612 Euro pro Kalenderjahr erstattet und es ferner die Möglichkeit gibt, diesen Betrag um bis zu 1.774 Euro aus der Kurzzeitpflege zu erhöhen.

Der Ratgeber schafft es tatsächlich, die immer unübersichtlicher werdende Materie der Pflegeversicherung zusammenzufassen und Begriffe, die im „Alltagsdeutsch“ etwas anderes bedeuten, verständlich zu erläutern. Nicht ohne Grund finden sich begeisterte Leserrezensionen, die vor allem die Strukturierung loben. Besonders die Checkliste zur (Selbst)Einschätzung des Pflegebedarfes in Tabellenform (S.134 ff.) wird positiv hervorgehoben. Die Vorgaben „ja“ „nein“ geben schon einen ersten Eindruck von einem Gespräch mit einem Pflegeberater und sind damit ein nützlicher Kompass. Insbesondere die in grauer Farbe unterlegten Praxistipps helfen auf jeden Fall weiter. Den (erschöpfenden!) Überblick über die Pflegeleistungen packen die Autoren in eine Tabelle auf nicht einmal drei Seiten. Hut ab – viel Wissen zum kleinen Preis!

www.dierezensenten.blogspot.de

Insgesamt ist festzustellen, dass die zwischenzeitlich sehr schwierig geratene Materie der Pflegeversicherung und ihrer Rechtsgrundlagen in diesem Praxisratgeber sehr gut und komprimiert zusammengefasst worden ist. Der Ratgeber ermöglicht es tatsächlich, die erforderlichen Informationen leicht zu finden und eine Meinungsbildung zu ermöglichen. Nicht in jedem Fall, in dem vermeintlich von Pflegebedürftigkeit auszugehen wäre, werden die dafür erforderlichen Voraussetzungen erfüllt. So kann in diesem Praxisratgeber sehr gut und anschaulich entnommen werden, ob ein Leistungsantrag überhaupt einen Sinn macht oder ggf. zu einem späteren Zeitpunkt eine höhere Erfolgschance besteht. Durch das handliche und dadurch auch kostengünstige Format ist es jedem an der Pflege Interessierten und Beteiligten gegeben, sich mit den notwendigen Informationen zu versorgen.

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Fachkräften, freiwilligen Helfer(innen)n sowie Angehörigen kann dieser kompetente Ratgeber als ein wertvolles Nachschlagewerk dienen, um Betroffene effektiv zu unterstützen.

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