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MAD setzt KI zur Prüfung von Bundeswehrbewerbungen ein

Der Militärische Abschirmdienst nutzt künstliche Intelligenz, um Hinweise auf extremistische Einstellungen bei Bewerberinnen und Bewerbern zu erkennen. Die Software wertet öffentlich zugängliche digitale Aktivitäten aus und führt auffällige Informationen zusammen. Die Ergebnisse werden anschließend durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geprüft.

Bei der Bewerbung für den Dienst in der Bundeswehr kann auch das Verhalten in sozialen Netzwerken eine Rolle spielen. Seit Juli 2026 setzt der Militärische Abschirmdienst (MAD) dafür ein KI-System ein. Mit der sogenannten unterstützten Verfassungstreueprüfung (uVTP) sollen mögliche Bezüge zu Extremismus und terroristischen Aktivitäten sowie Hinweise auf eine Gewaltneigung frühzeitig auffallen. Gegenüber BR24 bezeichnet der MAD das Verfahren als präventive Maßnahme. Es gehört zum neuen gesetzlichen Rahmen für die militärische Sicherheitsüberprüfung.

Öffentliche Onlineaktivitäten im Blick

Für die Prüfung untersucht die Software den digitalen Fußabdruck von Bewerberinnen und Bewerbern. Dazu gehören öffentlich sichtbare Aktivitäten in sozialen Netzwerken, wie Kommentare, geteilte Beiträge oder Likes. Auch die Auswahl abonnierter Accounts und Verbindungen zu anderen Nutzerinnen und Nutzern können in die Auswertung einfließen. Bewerberinnen und Bewerber haben bereits im Bewerbungsverfahren die Möglichkeit, ihre Internetseiten und Social-Media-Profile anzugeben. Die Suche kann darüber hinaus weitere Accounts erfassen. Der MAD erläutert auf seiner Internetseite, dass fremdenfeindliche Aussagen, Kleidung mit Bezug zu extremistischen Szenen oder auffällige Kontakte auf Facebook einen Anfangsverdacht begründen können. Solche Hinweise dienen als Ausgangspunkt für eine weitere Prüfung.

Ein vom SPIEGEL beschriebener Fall verdeutlicht die Arbeitsweise. Bei einem Bewerber fand die Software Bilder aus dem Kampfsportbereich und Verbindungen zu einer rechtsextremen Gruppierung. Die Fundstellen wurden zu einem Dossier zusammengeführt. Anschließend nahm ein MAD-Mitarbeiter eine eigenständige Prüfung vor.

Frühere Fälle führten zu verschärften Prüfungen

Hinter den Änderungen durch das Bundeswehr-Schutz-Gesetz (BwSchutzG) stehen auch Erfahrungen mit extremistischen Angehörigen der Bundeswehr. Zu den bekanntesten Fällen zählt ein ehemaliger Offizier, dessen Masterarbeit rassistische, antisemitische und rechtsextreme Ansichten enthielt. Dennoch wurde er zum Berufssoldaten ernannt und befördert. Der Offizier hatte unter einer zweiten Identität als vermeintlicher syrischer Flüchtling gelebt. Er sammelte Waffen und hielt mutmaßliche Anschlagsziele in Notizen fest. Nach seiner Festnahme 2017 wurde er später unter anderem wegen der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat verurteilt. Dieser und weitere Fälle gaben Anlass, die Verfassungstreue von Soldatinnen und Soldaten intensiver zu überprüfen.

KI unterstützt bei wachsendem Prüfaufwand

Wie häufig Zweifel an der Verfassungstreue einer Einstellung entgegenstehen, geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage hervor. Im Jahr 2025 wurden aus diesem Grund 149 Bewerberinnen und Bewerber abgelehnt. Für 2024 waren es 131. Zugleich bewältigt der MAD eine hohe Zahl an Prüfverfahren. Allein 2024 führte er mehr als 60.000 Sicherheits- und Einstellungsüberprüfungen durch. Mit dem personellen Wachstum der Bundeswehr und dem neuen Wehrdienstgesetz gewinnt die Verarbeitung umfangreicher Informationen weiter an Bedeutung.

Die KI soll dabei helfen, große Datenmengen auszuwerten und mögliche Verbindungen zwischen einzelnen Fundstellen zu erkennen. Über die Ablehnung einer Bewerberin oder eines Bewerbers entscheidet weiterhin ein Mensch. Die technische Auswertung liefert Hinweise, die durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beurteilt werden müssen.

Quelle: https://www.br.de/nachrichten/netzwelt/wie-die-bundeswehr-bewerber-mit-ki-auf-extremismus-scannt,VXLqlvP

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