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Heer demonstriert moderne Gefechtsführung

Das Heer präsentierte auf dem Truppenübungsplatz in Niedersachsen die Verteidigung einer fiktiven Ortschaft gegen einen simulierten Angriff. Nach Angaben des Heeres war die Vorführung über zwei Wochen vorbereitet worden. Daran beteiligt waren auch zahlreiche Kompaniechefs und Generäle verbündeter Streitkräfte. Die Darstellung sollte verdeutlichen, wie eng klassische Waffensysteme inzwischen mit digitalen Führungs- und Aufklärungsmitteln verknüpft sind.

Pistorius erklärte nach der Vorführung, moderne Kriegsführung werde nicht mehr allein durch klassische Panzerschlachten entschieden. Maßgeblich sei die Fähigkeit, unterschiedliche Systeme gleichzeitig und abgestimmt einsetzen zu können. Dazu gehörten neben Kampfpanzern und Artillerie insbesondere Luftverteidigung, Drohnenabwehr und elektronische Störmaßnahmen.

Während der Übung kamen unter anderem die Flugabwehrsysteme IRIS-T SLM und Skyranger sowie die Radhaubitze RCH 155 zum Einsatz. Das Artilleriesystem soll künftig auch für die Bundeswehr beschafft werden und kann präzise während der Fahrt wirken.

Beschaffung bleibt entscheidender Faktor

Die Vorführung machte zugleich deutlich, welche finanziellen und industriellen Anforderungen mit dem Ausbau der Fähigkeiten verbunden sind. Der Verteidigungsetat soll nach den aktuellen Haushaltsplanungen in den kommenden Jahren deutlich steigen. Pistorius verwies jedoch vor allem auf die Notwendigkeit schneller und verlässlicher Lieferungen.

Entscheidend sei nicht nur die Bestellung moderner Systeme, sondern deren rechtzeitige Verfügbarkeit. Hintergrund sind Verzögerungen bei mehreren laufenden Rüstungsprojekten, darunter beim Flugabwehrsystem Skyranger 30.

Kritik und Erwartungen aus dem Bundestag

Auch Mitglieder des Verteidigungsausschusses begleiteten den Termin in Munster. Die Grünen-Abgeordnete Sara Nanni bewertete den Ansatz der Fähigkeitsdarstellung positiv, weil stärker die praktische Gefechtsführung als einzelne technische Plattformen im Mittelpunkt stehe.

Zugleich forderte sie mehr Transparenz des Verteidigungsministeriums bei Problemen in laufenden Beschaffungsvorhaben. Der Verteidigungsausschuss müsse frühzeitig über Schwierigkeiten informiert werden.

Drohnen verändern die Gefechtsführung

Zum Abschluss betonte Pistorius die wachsende Bedeutung kostengünstiger und schnell verfügbarer Systeme, insbesondere im Bereich der Drohnenabwehr. Dort könne Quantität teilweise wichtiger sein als einzelne hochkomplexe Systeme.

Für eine glaubwürdige Abschreckung müsse die Bundeswehr zeigen, dass sie Angriffe effizienter abwehren könne, als ein Gegner sie durchführen könne. Eine feindliche Drohne müsse deshalb nicht zwingend mit einer teuren Flugabwehrrakete bekämpft werden, sondern könne auch durch andere Drohnen abgefangen werden.

Quelle: https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/bundeswehr-leistungsschau-pistorius-100.html

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