Bewerbungen und Einstellungen bei der Bundeswehr steigen deutlich

Die Bundeswehr verzeichnet einen deutlichen Anstieg bei Bewerbungen und Neueinstellungen. Nach Angaben des Bundesministeriums der Verteidigung zeigt sich seit Beginn des Jahres ein klarer Aufwärtstrend. Besonders der neue Wehrdienst wirkt sich auf das Interesse an einer militärischen Laufbahn aus.

Bis Ende Februar gingen rund 16.100 Bewerbungen ein, was einem Zuwachs von 20 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Parallel dazu stieg auch die Zahl der Einstellungen: Mehr als 5.300 Soldatinnen und Soldaten wurden im selben Zeitraum neu in den Dienst aufgenommen, ein Plus von 14 Prozent im Vergleich zum Februar 2025.

Zuwachs bei Freiwilligen und kurzzeitigen Verpflichtungen

Ein wesentlicher Teil des Wachstums entfällt auf den Bereich der freiwillig Wehrdienstleistenden sowie der kurz dienenden Zeitsoldatinnen und Zeitsoldaten. In diesen Kategorien sind derzeit rund 13.400 Personen aktiv. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies eine Steigerung um etwa 15 Prozent.

Der neue Wehrdienst sieht vor, dass Männer ab dem Geburtsjahrgang 2008 verpflichtend einen Fragebogen ausfüllen und an einer Musterung teilnehmen. Der eigentliche Dienst bleibt jedoch freiwillig. Für Frauen gelten sowohl die Teilnahme am Fragebogen als auch an der Musterung weiterhin auf freiwilliger Basis. Die Bundesregierung verbindet mit dem neuen Modell die Erwartung, zusätzliche Bewerberinnen und Bewerber für die Streitkräfte zu gewinnen.

Personalstärke und langfristige Zielsetzung

Aktuell umfasst die Bundeswehr rund 186.200 aktive Soldatinnen und Soldaten. Im Vergleich zum Februar des Vorjahres entspricht dies einem Zuwachs von etwa 3.600 Personen. Langfristig verfolgt die Bundesregierung das Ziel, die Truppenstärke bis Mitte der 2030er-Jahre auf 260.000 Soldatinnen und Soldaten zu erhöhen.

Trotz des positiven Trends unterliegt die Personalentwicklung weiterhin saisonalen Schwankungen. Insbesondere im Frühjahr verlassen erfahrungsgemäß viele Soldatinnen und Soldaten planmäßig die Bundeswehr, etwa um eine zivile Berufstätigkeit aufzunehmen oder ein Studium beziehungsweise eine Ausbildung zu beginnen. Gleichzeitig ist die Nachfrage nach Grundausbildungen in dieser Jahreszeit traditionell geringer als in der zweiten Jahreshälfte.

Quelle: https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/bundeswehr-mehr-bewerber-100.html