MAD-Jahresbericht 2025 zeigt steigende Extremismusfälle und hohe Spionagegefahr
Der Militärische Abschirmdienst hat seinen Jahresbericht für 2025 vorgelegt. Darin beschreibt der Nachrichtendienst eine weiterhin angespannte Bedrohungslage für die Bundeswehr und verzeichnet insbesondere bei der Extremismusabwehr mehr neue Fallbearbeitungen. Gleichzeitig erreichte der personelle Geheim- und Sabotageschutz einen Höchststand bei abgeschlossenen Sicherheitsüberprüfungen.
Der am 14.09.2026 veröffentlichte Bericht löst den bisherigen MAD-Report ab. Grundlage dafür ist das MAD-Gesetz vom 09.01.2026, das laut Jahresbericht am 16.01.2026 in Kraft trat und unter anderem die jährliche Veröffentlichung eines Berichts vorsieht. Für das Berichtsjahr 2025 beschreibt der MAD Auswirkungen internationaler Krisen auf nahezu alle Aufgabenfelder des Dienstes. Dazu zählen die Extremismus- und Spionageabwehr ebenso wie Cyberabschirmung und Sabotageschutz.
Extremismusabwehr verzeichnet mehr neue Fälle
Im Jahr 2025 nahm der MAD insgesamt 610 neue Fallbearbeitungen in der Extremismusabwehr auf. Im Vorjahr waren es 524. Von den neuen Vorgängen entfielen 443 auf Abwehroperationen und 167 auf Prüfoperationen. Den größten Anteil bildete erneut der Phänomenbereich Rechtsextremismus. Dort wurden 519 Fallbearbeitungen neu aufgenommen, gegenüber 413 im Jahr 2024. Der MAD erkannte elf Personen als Extremistinnen und Extremisten. Bei weiteren 21 Personen lagen nach Angaben des Dienstes Erkenntnisse vor, die den Verdacht fehlender Verfassungstreue begründeten.
Im Bereich Islamismus sank die Zahl der Neuaufnahmen von 35 auf 30. Beim auslandsbezogenen Extremismus ging sie von 50 auf 42 zurück. Für Linksextremismus weist der Bericht zehn neue Fallbearbeitungen aus, für sogenannte „Reichsbürger“ und „Selbstverwalter“ vier. Der bislang gesondert geführte Phänomenbereich „Verfassungsschutzrelevante Delegitimierung des Staates“ kam auf fünf Neuaufnahmen und soll aufgrund rückläufiger Fallzahlen künftig nicht mehr eigenständig bearbeitet werden.
Digitale Räume prägen die Extremismusabwehr
Der MAD misst der Kommunikation über soziale Medien, Messenger-Dienste und weitere Online-Plattformen eine wachsende Bedeutung bei. Der Bericht beschreibt, dass extremistische Inhalte dort verbreitet, Kontakte geknüpft und Radikalisierungsprozesse unterstützt werden können. Auch Plattformen aus dem Gaming- und Streaming-Bereich werden nach Erkenntnissen des Dienstes für Vernetzung und Reichweitensteigerung genutzt.
Die Präventionsarbeit blieb entsprechend umfangreich. Bis zum 31.12.2025 führte die Extremismusprävention des MAD 281 Vorträge durch und erreichte 552 Dienststellen mit rund 15.400 Teilnehmenden. Inhaltlich lag ein Schwerpunkt auf Rechtsextremismus. Auch Antisemitismus sowie russische Einflussnahme und Propaganda im Zusammenhang mit dem Angriffskrieg gegen die Ukraine wurden behandelt.
Russland und China im Fokus der Spionageabwehr
Die Bedrohung durch Spionage und Sabotage bewertet der MAD für 2025 weiterhin als hoch. Besondere Aufmerksamkeit richtet der Dienst auf Aktivitäten Russlands und Chinas. Für Russland nennt der Bericht unter anderem klassische Spionage, hybride Maßnahmen, Desinformation und Sabotageverdachtsfälle. Als zusätzliche Herausforderung beschreibt der MAD den Einsatz sogenannter „Low-Level-Agents“, die für vergleichsweise einfache Aufträge angeworben und häufig über das Internet gesteuert werden.
Bei China sieht der MAD insbesondere Forschung, Wissenschaft und Hochtechnologie als mögliche Aufklärungsziele. Als besonders gefährdet werden unter anderem Bundeswehruniversitäten und wehrtechnische Dienststellen beschrieben. Auch Kontakte über soziale Netzwerke und wissenschaftliche Kooperationen können dem Bericht zufolge für nachrichtendienstliche Anbahnungen genutzt werden.
Cyberraum bleibt wichtiges Operationsfeld
Auch der Cyber- und Informationsraum spielt für die Abschirmarbeit eine zentrale Rolle. Der Geschäftsbereich des Bundesministeriums der Verteidigung war laut Jahresbericht weiterhin Ziel hochwertiger Ausspähversuche mit mutmaßlich nachrichtendienstlichem Hintergrund. Die Cyberabschirmung des MAD umfasst unter anderem die Analyse möglicher Angriffe, Präventionsmaßnahmen und Beiträge zur Abschirmlage. Darüber hinaus wirkt der Dienst an Verfahren zur Zuordnung von Cyberangriffen zu staatlichen Akteuren mit und ist als Kernbehörde am Nationalen Cyber-Abwehrzentrum beteiligt.
Rekord bei Sicherheitsüberprüfungen
Im personellen Geheim- und Sabotageschutz erreichte die Arbeitsbelastung 2025 ebenfalls einen neuen Höchststand. Insgesamt wurden 71.629 neue Sicherheitsüberprüfungen beauftragt. Gleichzeitig schloss der MAD 80.444 Überprüfungen ab und damit mehr Vorgänge, als im Berichtsjahr neu hinzukamen. Fast die Hälfte der abgeschlossenen Verfahren entfiel auf einfache Sicherheitsüberprüfungen. Bei insgesamt 903 Personen wurde ein Einsatz in sicherheitsempfindlicher Tätigkeit versagt. In 507 Fällen wurde ein Sicherheitsrisiko festgestellt, in weiteren 396 Fällen lag ein Verfahrenshindernis vor.
Quellen: Bundeswehr, „Jahresbericht MAD 2025: Schutz in Zeiten multipler Krisen“, veröffentlicht am 14.09.2026; Bundesamt für den Militärischen Abschirmdienst, „Jahresbericht des Militärischen Abschirmdienstes 2025“.