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Bundeswehr und zivile Einsatzkräfte üben Kommunikation im Krisenfall

Mehr als 1.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 26 Behörden und Organisationen haben bei der Übung MURE die gemeinsame Kommunikation im Katastrophenfall trainiert. Im Mittelpunkt standen der BOS-Digitalfunk und die Abstimmung zwischen Bundeswehr und zivilen Einsatzkräften.

Bei einem größeren Schadensereignis müssen Meldungen über Organisationsgrenzen hinweg zuverlässig ankommen. Dies erprobten das Bundesministerium der Verteidigung und das Bundesministerium des Innern an zwei Tagen Ende Oktober auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz. Die Übung Mutuality & Reciprocity, kurz MURE, bezog sowohl die Einsatzkräfte vor Ort als auch die Führungsebenen von Ländern und Bund ein. Federführend geplant und organisiert wurde sie von der Bundesanstalt für den Digitalfunk der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BDBOS).

Den Rahmen bildete ein simulierter Zusammenstoß eines Regionalexpresses mit einem militärischen Schienentransport. Ein großflächiger Stromausfall setzte im Szenario das Mobilfunknetz und Teile des Festnetzes außer Betrieb. Die Alarmierung und weitere Abstimmung mussten deshalb über den BOS-Digitalfunk TETRA erfolgen. An der Unfallstelle wurden Funkrufgruppen zu gemeinsamen Kommunikationsgruppen verbunden. Dadurch konnten sich Einsatzkräfte verschiedener Organisationen untereinander und mit den Leitstellen verständigen. Räumlich getrennte Gefechtsstände waren ebenfalls über Funk eingebunden. MURE prüfte damit erstmals die zivil-militärische Nutzung der Kommunikationssysteme in einer realitätsnah nachgebildeten Katastrophenlage auf diesen unterschiedlichen Ebenen.

Gemeinsame Lagebilder und abgestimmte Hilfe

Neben der Bundeswehr beteiligten sich unter anderem die Bundespolizei und die Landespolizei Sachsen sowie Feuerwehren, Rettungsdienste und das Technische Hilfswerk. Auch das sächsische Innenministerium und der Landkreis Görlitz waren eingebunden. Die Integrierte Leitstelle Görlitz und das Notfallmanagement der Deutschen Bahn waren ebenfalls Teil des Übungsszenarios. Die Bundeswehr stellte unter anderem Feldjäger und Kräfte des Heeres. Hinzu kamen Soldatinnen und Soldaten des Landeskommandos Sachsen und des Kreisverbindungskommandos Görlitz. Das Operative Führungskommando wirkte ebenfalls mit. Ein Schwerpunkt war die Erstellung eines gemeinsamen taktischen und operativen Lagebildes mit dem Bundesministerium des Innern.

Wie die Zusammenarbeit praktisch ablaufen kann, zeigte das Szenario auch bei der Bergung. Während zivile Kräfte Verletzte versorgten, sicherten Feldjäger empfindliches militärisches Material. Für die Räumung der Bahnstrecke forderte der Landkreis über das Landeskommando Sachsen Unterstützung durch Pionierkräfte an.

Zusammenarbeit über technische Schnittstellen hinaus

Staatssekretär Nils Hilmer hob hervor, dass sich bei MURE Hindernisse durch unterschiedliche Funksysteme und IT-Umgebungen überwinden ließen. Zugleich mache das Üben sichtbar, an welchen Stellen weiterer Handlungsbedarf bestehe. Der persönliche Austausch fördere zudem das gegenseitige Verständnis und schaffe Kontakte für die Zusammenarbeit im Ernstfall.

Quelle: https://www.bundeswehr.de/de/organisation/operatives-fuehrungskommando-der-bundeswehr/uebung-mure-digitalfunk-bos

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