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Bundeswehr-Hubschrauber H145M mit Problemen bei der Bewaffnung

Bei der Beschaffung des Leichten Kampfhubschraubers H145M gibt es erhebliche Probleme mit der Bewaffnung. Nach einem Prüfbericht des Bundesrechnungshofs können die bereits ausgelieferten Maschinen vorerst nur für Ausbildungszwecke eingesetzt werden. Auch die geplante Beschaffung weiterer Hubschrauber steht in der Kritik.

Der Bundesrechnungshof sieht die Einsatzbereitschaft des neuen Leichten Kampfhubschraubers (LKH) H145M der Bundeswehr gefährdet. Laut einem vertraulichen Prüfbericht an den Bundestag bestehen weiterhin technische Schwierigkeiten bei der Integration der vorgesehenen Waffensysteme. Obwohl die ersten Maschinen bereits 2024 ausgeliefert wurden, ist derzeit offen, wann sie ihre geplanten Kampffähigkeiten vollständig erreichen werden.

Sicherheitsprobleme bei der Munition

Eine wesentliche Ursache für die eingeschränkte Einsatzfähigkeit liegt bei der 20-Millimeter-Munition für die Bordkanone. Nach Angaben des Bundesrechnungshofs bestehen Sicherheitsbedenken aufgrund der elektrostatischen Empfindlichkeit des Anzündhütchens. Eine sichere Verwendung der Munition kann deshalb bislang nicht gewährleistet werden. Wann der Hersteller die technischen Schwierigkeiten beheben kann, ist momentan ungeklärt. Damit fehlt dem H145M derzeit eine wesentliche Voraussetzung für den vorgesehenen bewaffneten Einsatz.

Auch bei der Integration von Panzerabwehrlenkflugkörpern bestehen erhebliche Probleme. Erste Schießversuche mussten 2025 aufgrund technischer Defekte im Lenksystem abgebrochen werden. Dennoch plant das Bundesverteidigungsministerium die Beschaffung entsprechender Flugkörper im Wert von rund 384 Millionen Euro.

Der Bundesrechnungshof beanstandet insbesondere, dass die Bestellung erfolgen soll, bevor die Einsatzreife der Lenkflugkörper nachgewiesen wurde. Die Auslieferung ist ab Ende 2027 vorgesehen. Anschließend sollen weitere Erprobungen durch die Bundeswehr stattfinden. Das Verteidigungsministerium bewertet den vorgesehenen Zeitplan selbst als ausgesprochen anspruchsvoll und mit Risiken verbunden.

Bundeswehr erhält Hubschrauber in vorläufiger Konfiguration

Aufgrund der technischen Schwierigkeiten werden die H145M zunächst in einer vorläufigen Konfiguration bereitgestellt. In diesem Zustand können die Maschinen für die Ausbildung genutzt werden, verfügen jedoch nicht über die vorgesehenen Fähigkeiten für Kampfeinsätze.

Das Bundesverteidigungsministerium hat die Verzögerungen bestätigt. Ein Sprecher verwies darauf, dass der Hersteller Airbus für die Erfüllung der vereinbarten Leistungen verantwortlich sei. Zugleich stehe das Ministerium mit dem Bundesrechnungshof im Austausch. Die Rechnungsprüfer rechnen angesichts der ungelösten Bewaffnungsprobleme mit erheblichen Verzögerungen beim Erreichen der vollständigen Einsatzbereitschaft.

H145M soll den Kampfhubschrauber Tiger ablösen

Die Bundeswehr hatte sich 2023 für die Beschaffung des H145M entschieden, um ihre Hubschrauberflotte zu modernisieren und den schrittweise ausscheidenden Kampfhubschrauber Tiger zu ersetzen. Das Beschaffungsvorhaben umfasst zunächst 62 Maschinen, die Airbus bis Ende 2028 für rund 2,5 Milliarden Euro liefern soll. Insgesamt ist eine Ausstattung mit bis zu 72 Leichten Kampfhubschraubern vorgesehen.

Der H145M basiert auf dem zivilen Hubschraubermuster H145. Durch die Nutzung einer bereits verfügbaren Plattform sollte die Beschaffung beschleunigt und der Entwicklungsaufwand begrenzt werden. Aus Sicht des Bundesrechnungshofs wurde die Komplexität der Umrüstung des zivilen H145 zu einem bewaffneten Militärhubschrauber unterschätzt.

Besondere Bedeutung hat das Projekt auch für die Verpflichtungen Deutschlands gegenüber der NATO. Bis 2029 sollen zunächst zwölf einsatzbereite Kampfhubschrauber bereitstehen. Ab 2032 ist die Bereitstellung von insgesamt 72 Maschinen vorgesehen. Der Bundesrechnungshof sieht diese Planungen durch die bestehenden Schwierigkeiten gefährdet. Das Verteidigungsministerium widerspricht dagegen der Einschätzung, dass die festgelegten Zeitziele nicht eingehalten werden könnten.

Bundesrechnungshof empfiehlt vorläufigen Beschaffungsstopp

Angesichts der technischen Probleme spricht sich der Bundesrechnungshof dafür aus, die Beschaffung weiterer 33 H145M zunächst auszusetzen. Voraussetzung für zusätzliche Bestellungen müsse sein, dass Airbus die vertraglich vereinbarten Leistungen tatsächlich erfüllen kann. Aus Sicht der Prüfer besteht derzeit weder die Notwendigkeit noch eine ausreichende Grundlage für weitere Beschaffungen. Sie empfehlen deshalb, die Entwicklung des Vorhabens zunächst kritisch zu überprüfen.

Damit steht neben der technischen Einsatzreife auch die weitere Beschaffungsplanung des H145M zur Diskussion. Entscheidend wird sein, ob die Schwierigkeiten bei der Bewaffnung behoben und die vorgesehenen Fähigkeiten innerhalb der geplanten Fristen nachgewiesen werden können.

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