„Gesundheitswissen und gute Verständigung in der Gesundheitsversorgung stärken Patientensicherheit“

Internationaler Tag der Patientensicherheit am 17. September 2017

14.09.2017 – Am 17. September 2017 findet unter dem Motto: „Wenn Schweigen gefährlich ist – Kommunikation im Gesundheitswesen“ der „Internationale Tag der Patientensicherheit“ statt. Der Tag wurde vom Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V. (APS) und seinen internationalen Partnerorganisationen ausgerufen.

Am 17. September 2017 findet unter dem Motto: „Wenn Schweigen gefährlich ist –
Kommunikation im Gesundheitswesen“ der „Internationale Tag der Patientensicherheit“ statt. Der Tag wurde vom Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V. (APS) und seinen internationalen Partnerorganisationen ausgerufen.

Dazu erklärt Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe, Schirmherr des Aktionsbündnisses Patientensicherheit: "Patientinnen und Patienten erwarten zu Recht, dass sie gut und sicher versorgt werden. Mit dem Hygieneförderprogramm für Krankenhäuser, dem Anspruch auf eine unabhängige ärztliche Zweitmeinung und der Einführung eines Medikationsplans haben wir wichtige Schritte unternommen, um die Patientensicherheit insgesamt zu stärken. Diese gemeinsamen Anstrengungen für mehr Patientensicherheit müssen entschlossen fortgesetzt werden. Um die Versorgung weiter zu verbessern und Fehler zu vermeiden, brauchen wir darüber hinaus eine bessere Verständigung aller an der Patientenversorgung Beteiligten, den Patienten und ihren Angehörigen. Und wir müssen das Gesundheitswissen in der Bevölkerung weiter verbessern. Denn nur wer gut informiert ist, kann Gesundheitsrisiken vermeiden und im Krankheitsfall durch eigenes Verhalten zu einer erfolgreichen Behandlung beitragen. Mit der Gründung der ‘Allianz für Gesundheitskompetenz‘ haben sich alle Beteiligten im Gesundheitswesen zu konkreten Schritten verpflichtet, um das Gesundheitswissen in Deutschland zu stärken.“

Die Patientenbeauftragte und Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, die Parlamentarische Staatssekretärin Ingrid Fischbach, erklärt dazu: "Patienten vor allem keinen Schaden zuzufügen, ist eines der ältesten und wichtigsten Prinzipien medizinischer Behandlung. Ungeachtet aller technischen Neuerungen bedarf es dazu vor allem einer gelungenen Kommunikation. Das gilt für das Gespräch zwischen Patienten und Ärzten, aber genauso für die Kommunikation der Ärzte, des Pflegepersonals und der Gesundheitsfachberufe untereinander. Wir können für die Patientensicherheit viel gewinnen, wenn es uns gelingt, auf allen diesen Ebenen noch stärker ein Klima zu schaffen, in dem Fragen gestellt und Zweifel, aber auch Fehler offen angesprochen werden können. Dazu können alle am Behandlungsprozess Beteiligten einen Beitrag leisten. Vor allem aber sind überall dort, wo mehrere oder sogar viele Menschen am Behandlungsprozess beteiligt sind, die Führungskräfte gefordert, dafür die nötigen Voraussetzungen zu schaffen.“

Um das Arzt-Patienten-Gespräch zu verbessern, hat das Bundesgesundheitsministerium im Rahmen des Nationalen Krebsplans die Entwicklung eines Musterlehrplans „Kommunikation in der Medizin“ gefördert, der Studierende über den gesamten Verlauf des Medizinstudiums Fähigkeiten vermittelt, Wissen zur Diagnose und Therapie verständlich zu erklären, auf die Fragen des Patienten und seiner Angehörigen einzugehen und diese in der Therapie zu begleiten. Ein entsprechender Musterlehrplan für die Pflege wird derzeit erarbeitet.

Zudem wurde die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) ausgebaut und gestärkt, indem die jährlich zur Verfügung stehenden Fördermittel von 5,2 auf 9 Millionen Euro erhöht wurden. Die UPD bietet eine unabhängige und kostenfreie Beratung in gesundheitlichen sowie gesundheitsrechtlichen Fragen an. Damit stehen den Patientinnen und Patienten sachkundige Ansprechpartner auch außerhalb der medizinischen Behandlung zur Verfügung.

Mit dem Krankenhausstrukturgesetz wurde dafür gesorgt, dass sich Patienten in Zukunft besser über die Qualität der Krankenhäuser informieren können. Die Qualitätsberichte der Krankenhäuser werden künftig einen Teil enthalten, der den Patienten verständliche Informationen gibt, insbesondere zur Patientensicherheit, zur Einhaltung der Hygienestandards und zur Personalausstattung der Fachabteilungen. Das heißt im Klartext: Patienten werden damit die Qualität der Krankenhäuser besser vergleichen können.

Zudem hat das Bundesministerium für Gesundheit das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit damit beauftragt, bis 2018 ein Konzept für ein Nationales Gesundheitsportal zu erarbeiten. Das Portal soll vertrauenswürdige, wissenschaftlich belegte und unabhängige Gesundheitsinformationen zusammenführen.

Weil das Thema Patientensicherheit auch von internationaler Bedeutung ist und Patientinnen und Patienten überall auf der Welt die Gewissheit brauchen, gut und sicher versorgt zu werden, hat Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe gemeinsam mit seinem britischen Amtskollegen Jeremy Hunt im März 2017 in Bonn zum „Global Ministerial Summit on Patient Safety“ eingeladen. Davon ausgehend macht sich Bundesgesundheitsminister Gröhe bei der Weltgesundheitsorganisation dafür stark, den 17. September in die Liste der internationalen Aktionstage der Vereinten Nationen (UN) und der WHO aufzunehmen und hat bereits zahlreiche Länder für die Unterstützung dieses Vorschlages gewonnen.

Quelle: Bundesministerium der Gesundheit