Bessere Betreuungssituation in Kitas

04.09.2017 – Laut einer neuen Studie der Bertelsmann-Stiftung hat sich der Betreuungsschlüssel in Kitas in den letzten Jahren etwas verbessert. Dieser ist jedoch entscheidend für die Qualität der Betreuung und damit für die spätere Entwicklung der Kinder.

Im März 2016 kümmerte sich eine Erzieherin durchschnittlich um 4,3 Krippenkinder, sprich um Nachwuchs unter drei Jahren. Ein Vergleich zeigt: Noch vier Jahre zuvor beaufsichtigte eine Mitarbeiterin in der Krippe fast fünf Kinder (4,8). In den Kindergärten kümmerte sich eine Erzieherin 2016 rein rechnerisch um 9,2 Kinder – 2012 waren es fast zehn (9,8).

Allerdings gibt es dabei starke regionale Unterschiede: Am besten war die Betreuungsrelation in Baden-Württemberg (1:3). Schlusslicht ist Sachsen, dort musste eine Erzieherin doppelt so viele Krippen-Kinder im Blick behalten (1:6,5). Was den Personalschlüssel in den Kindergärten betrifft, so ist auch hier Baden-Württemberg Spitzenreiter (1:7,2), an hinterster Stelle liegt Mecklenburg-Vorpommern (1:13,7).

„Die Bildungschancen von Kindern hängen heute erheblich von ihrem Wohnort ab“, kritisiert der Vorstand der Bertelsmann-Stiftung, Jörg Dräger. „Wir brauchen verlässliche Kita-Qualität in ganz Deutschland.“ Optimal wäre ein Personalschlüssel von 1 zu 3 in Krippengruppen und 1 zu 7,5 in Kindergartengruppen, so die Empfehlung der Bertelsmann-Stiftung. Um das zu erreichen, müssten zusätzlich über 107.000 vollzeitbeschäftigte Fachkräfte eingestellt und weitere 4,9 Milliarden Euro jährlich bereitgestellt werden. Jedoch: „Ohne attraktivere Rahmenbedingungen für das Kita-Personal wird es schwer, dem steigenden Fachkräftebedarf nachzukommen“, mahnt die Stiftung.

Mehr zum Thema finden Sie im ZUKUNFTS-Handbuch Kindertageseinrichtungen.