Soziales & Gesundheit

Pflegefall – „Am liebsten zuhause!“

Selbst mit Ende achtzig wird der Ehemann oder die Mutter unerwartet zum Pflegefall. Oberschenkelhalsbruch-Krankenhaus-Geriatrie-Pflegeheim. Was zu tun ist oder wie man es doch schafft, so lange wie möglich zuhause zu sein, erläutert Autorin Margit Winkler vom Institut GenerationenBeratung.

1. Vorsorgevollmacht checken

Eine Frau gibt einem älteren Mann im Rollstuhl etwas zu essen
© Robert Kneschke - fotolia.com
Solange man geschäftsfähig ist, kann man die Vollmacht erteilen. Damit erspart man den Angehörigen unnötige Umstände mit dem Gericht, um die eigenen Angelegenheiten zu klären. Wer eine ältere Vollmacht hat, sollte überprüfen, ob die bevollmächtigte Person aktuell ist und dass keine Klauseln die Umsetzung der Vollmacht im Alltag erschweren. Die höchste Akzeptanz haben Vollmachten von Juristen und die bevollmächtigte Person braucht die Originalvollmacht im Bedarfsfall.

2. Medizinischen Dienst mit der Einstufung in eine Pflegestufe beauftragen

Nur wer frühzeitig Unterstützung holt, kann lange zuhause bleiben. Doch wer will sich eingestehen, dass er Hilfe braucht? Also hier im Zweifelsfall die Eltern unterstützen.

3. Leistungen beantragen

Ohne Antrag passiert nichts. Jetzt muss man aktiv werden. Doch es lohnt sich: Ab Pflegegrad 1 erhält man monatlich 129 Euro für eine Haushaltshilfe, 4.000 Euro Zuschuss für ein modernes Bad, eine Rampe oder einen Treppenlift, für eine bequeme Türverbreiterung. Eben bei allem, was der Leben leichter macht.

4. Worst case-Szenairo

Kann man mit einer Unterstützung zuhause bleiben? Voraussetzung ist genügend Wohnraum, denn diese Kraft braucht ihr eigenes Zimmer. Sie kann deutsch oder nimmt an einem Deutschkurs teil und ist fast rund um die Uhr anwesend. Der Aufenthalt in den eigenen vier Wänden bleibt so sehr lange erhalten.

5. Verfügungen vervollständigen

Wenn eine andere Person die eigenen Angelegenheiten ausführt, tut man gut daran, diese handlungsfähig zu machen. Damit weiß diese zweifelsfrei, was zu tun ist. Eine Patientenverfügung für den medizinischen Willen, wenn man sich nicht äußern kann. Gewohnheiten, die wichtig geworden sind, regelt man mit der Pflegeverfügung. Bei Minderjährigen braucht man eine Sorgerechtsverfügung, die die Person bestimmt, die das Kind dann aufziehen soll. Und mit der Vermögenssorge kann man sogar über den Tod hinaus bestimmen, wer was wann bekommt. Die Haustierverfügung mit Namen des Hausarztes und Besonderheiten für Katze, Hund oder andere Gefährten. Verfügung sind in der Regel sehr leicht auszufüllen.

6. Finanzen und Versicherungen ordnen

Hier gehört alles in einen Ordner – im besten Fall ist dieser digital angelegt, sodass jeder sich schnell einen Überblick verschaffen kann. Legen Sie auch fest, wie eine Pflege bezahlt werden soll.

Über Margit Winkler

Margit Winkler ist Geschäftsführerin des Instituts GenerationenBeratung. Mit ihrem Team bildet sie zu GenerationenBeratern (IHK) aus und hat die Weiterbildung initiiert. Ihr Buch Vorsorge: Keine Frage des Alters! gilt als Standardwerk der GenerationenBeratung. Neben der Ausbildung begleitet sie mit Service und Netzwerk die Umsetzung der Berater in der Praxis. Seit einem Schicksalsschlag setzt sie sich für das Thema Vorsorge ein und hat damit in der Finanzbranche den Beratungsansatz GenerationenBeratung ins Leben gerufen.

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