Kinderhäuser - Situationen, Entwicklung und pädagogische Leistungs...

Gerd Hochmair, Beate Möllhof, Petra Völker, Manfred Möllhof

Die Jahre nach 1970 waren – was die Jugendhilfe betrifft – Jahre der steigenden Unzufriedenheit mit einer im Handlungskanon von Behörden und immer behördenartiger denkenden Verbänden sich erschöpfenden Sozialarbeit, Jahre des Suchens nach Alternativen, der bundesweiten Diskussion um ein neues Jugendhilferecht, einer politisch demonstrativen Gemeinwesen- und Stadtteilarbeit, auch Jahre der Sehnsucht nach Großfamilie, Wohngemeinschaft, mit Rousseau’schen Repliken: therapeutischer Gemeinschaft, einfachem Leben und Landarbeit statt Großstadtstress und Drogenkonsum, auch Jahre der Selbsthilfeinitiativen junger Eltern. Im Schatten dieser spektakulären Reformbewegungen entstanden – von niemandem so recht bemerkt – im Gebiet des Landesjugendamtes Rheinland mehr und mehr die sogenannten „Kinderhäuser'; ein erster Vorläufer 1954, die meisten zwischen 1971 und 1974.

Die Kinderhäuser im Rheinland hatten in der Diskussion um die Weiterentwicklung der Heimerziehung einen beachtlichen Stellenwert. Engagierte Bürger nahmen hier Aufgaben der Jugendhilfe in der Unterbringung junger Menschen wahr; ihre besonderen Eigenschaften waren Erziehungskompetenz, Risikobereitschaft und außergewöhnliche Belastbarkeit. Die Zahl der Kinderhäuser war deshalb immer begrenzt und im Angebot nicht als Konkurrenz, sondern als Alternative zur Pflegefamilie und zur Heimunterbringung zu sehen.

Dieser Titel ist eine Veröffentlichung der Internationalen Gesellschaft für erzieherische Hilfen (IGfH).

Die Internationale Gesellschaft für erzieherische Hilfen (IGfH) ist eine bundesweit und - als deutsche Sektion der Fédération Internationale des Communautés Educatives (FICE) - auch international tätige Fachorganisation der erzieherischen Hilfen, insbesondere im Bereich der Hilfen für Kinder und Jugendliche, die außerhalb der Herkunftsfamilie leben und aufwachsen.

Die IGfH versteht sich als Lobby im Dienste des Wohls und der Rechte von jungen Menschen, die außerhalb der Herkunftsfamilie leben. Sie vertritt nur in diesem Rahmen die Interessen von Erziehern/innen und von Institutionen.

Die IGfH verpflichtet sich zu intensiver und kritischer Auseinandersetzung mit den Ergebnissen der wissenschaftlichen Forschung und den Erfahrungen der Praxis, die Aussagen machen über notwendige Gestaltung der Lebensräume junger Menschen und derzeit dagegen bestehende Hindernisse in den Einrichtungen der öffentlichen Erziehung.

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