TV-Ärzte/VKA: Lösung dringend gesucht

In der seit Oktober 2021 andauernden Tarifrunde für die Ärztinnen und Ärzte an kommunalen Kliniken erheben die Verhandlungsparteien gegenseitig schwere Vorwürfe.

Die nächsten Gespräche sind für Anfang Mai angesetzt.

Warnstreik der Gewerkschaft

Am 31. März 2022 kamen auf dem Römerberg in der Frankfurter Altstadt rund 4.000 streikende Ärztinnen und Ärzte a zusammen, um ihre Forderungen nach verlässlichen Ruhezeiten, weniger Belastung und 5,5 Prozent mehr Gehalt zu unterstreichen. Nach bisher vier ergebnislosen Verhandlungsrunden betrachtet die Ärztegewerkschaft Marburger Bund die zentrale Kundgebung als starkes Signal an die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA), ihre Verweigerungshaltung nach besseren Arbeitsbedingungen aufzugeben.
Dr. Susanne Johna, 1. Vorsitzende des Marburger Bundes, beanstandet die Einstellung der VKA, Forderungen nach besseren Arbeitsbedingungen als „unrealistisch“ und „völlig überzogen“ zu bezeichnen. Damit begegne man der Ärzteschaft nur mit Geringschätzung.

VKA kritisiert Desinformationspolitik

Wolfgang Heyl, Verhandlungsführer der VKA, kritisiert, dass der Marburger Bund seine Mitglieder nicht ausreichend über die bisher erfolgten Verhandlungsangebote informiert habe. Eine Schlechterstellung der Ärzteschaft sei entgegen den Gewerkschaftsangaben nicht beabsichtigt und habe mit dem bisherigen Verhandlungsverlauf nichts zu tun. Er ruft zu mehr Sachlichkeit und respektvollen Umgang zwischen den Sozialpartnern auf.

Fortsetzung der Verhandlungen Anfang Mai

Am 2. und 3. Mai 2022 werden die Verhandlungen fortgesetzt. Noch ist unklar, ob es bis dahin weitere Streikmaßmaßnahmen mit daraus resultierenden Notbetrieb an den Krankenhäusern geben wird.