SuE: Streiks sorgen für Unverständnis

Die durchgeführten Protestaktionen der Gewerkschaften in der Tarifrunde für die kommunalen Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst sorgten für Irritationen bei der Arbeitgebervereinigung VKA.

Kein Ergebnis beim Verhandlungsauftakt

Am 25. Februar 2022 fanden die ersten Gespräche in der SuE-Tarifrunde statt, bei der die Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes – ver.di sowie dbb beamtenbund und tarifunion – ihre Anliegen der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) vorgestellt haben.

Die Kernforderungen sind eine Verbesserung der Eingruppierungsmerkmale (Anhebung der Grundeingruppierung der Kinderpflegerinnen, Erzieher und Sozialassistentinnen) und der Arbeitsbedingungen (bessere Zeitgestaltung durch eine verpflichtende Einführung von Stellvertretungspositionen und Ausdehnung der Vorbereitungszeit für die pädagogische Arbeit).

Die Arbeitgeberseite wies auf die finanziellen Auswirkungen der Forderungen und die starke Belastung der Kassen hin, die durch die Coronakrise entstanden sei. Man müsse das Gehaltsgefüge des gesamten öffentlichen Dienstes im Blick behalten, weshalb Verbesserungen nur dort möglich sind, wo es angezeigt sei.

Warnstreiks am internationalen Frauentag

Um den Forderungen Nachdruck zu verleihen, haben die Gewerkschaften für den 8. März 2022 zu einem Aktions- und Streiktag aufgerufen. Dieser Tag sei bewusst gewählt worden, da in den Berufen des Sozial- und Erziehungsdienstes immer noch überwiegend Frauen arbeiten. Die strukturelle Benachteiligung gehöre beendet, um die Berufe im sozialen Dienst und in der frühkindlichen Bildung attraktiver gestalten zu können.

VKA kritisiert Zeitpunkt der Arbeitskampfmaßnahmen

Da bereits zwei weitere Verhandlungstermine fest vereinbart worden sind, zeigt die Verhandlungsführung der VKA kein Verständnis für die – aus ihrer Sicht – frühen Streiks. Die Gewerkschaften hätten davon ausgehen können, dass Ende Februar noch keine Tarifeinigung vorliege.

Die Verhandlungen werden am 21. und 22. März 2022 fortgesetzt.