Keine Fortschritte bei Ärzte-Tarifgesprächen TV-Ärzte/VKA

Die Tarifgespräche zwischen dem Marburger Bund (MB) und der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) sind auch in der zweiten Verhandlungsrunde ohne Ergebnis geblieben.

Die zweite Verhandlungsrunde zwischen Marburger Bund und der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) endete am 16. November 2021 ohne Ergebnis. Vor allem bei der von Gewerkschaftsseite geforderten Neuregelung des Bereitschaftsdienstes konnte kein Durchbruch erzielt werden.

Verhandlungsgegenstand

Für die rund 65.000 Ärztinnen und Ärzte, die bei einem kommunalen Krankenhaus beschäftigt sind, finden zurzeit Tarifverhandlungen statt, bei der es neben einer Gehaltserhöhung hauptsächlich um die Verbesserung der Arbeitsbedingungen geht. Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund fordert eine lineare Gehaltserhöhung von 5,5 Prozent ab 1. Oktober 2021, eine Begrenzung der Bereitschaftsdienste, eine rechtzeigte Dienstplanung und eine bessere Regelung zur Gestaltung der Arbeit an Wochenenden.

Kein Ergebnis in zweiter Verhandlungsrunde erzielt

Christian Twardy, Verhandlungsführer des Marburger Bundes, fasste die Gespräche, die am 16. November 2021 stattfanden, mit den Worten „intensiv, aber unergiebig“ zusammen. Seiner Ansicht nach habe die Arbeitgeberseite wenig Bereitschaft gezeigt, auf die Ärzteforderungen einzugehen. Daher konnte in der zweiten Verhandlungsrunde keine Einigung erreicht werden.

Mehr Arbeitszufriedenheit gefordert

Dr. Andreas Botzlar, 2. Vorsitzender Marburger Bund, verlangt von der VKA konkrete Vorschläge zur Limitierung der Rufbereitschaft und zur Präzisierung der Obergrenzen für Bereitschaftsdienste. Eindeutige, verbindliche und leichter handhabbare Regelungen würden zu mehr Arbeitszufriedenheit führen, woran auch die Arbeitgeber ein Eigeninteresse haben dürften. Die Zukunftsfähigkeit der Krankenhäuser hänge maßgeblich von den Arbeitsbedingungen ab, die den Ärztinnen und Ärzten geboten werde.

Kein Spielraum für Einschränkung der Bereitschaftsdienste

Für Jürgen Jung, stellvertretender Vorsitzender des Gruppenausschusses der VKA für Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen, seien die vom Marburger Bund geforderten Verschärfungen bei den Bereitschaftsdiensten und den freien Wochenenden nicht umsetzbar, ohne den Fortbestand von kleineren kommunalen Kliniken und kleineren Abteilungen zu gefährden. Oberstes Ziel bleibe die Sicherstellung der Patientenversorgung rund um die Uhr und die finanziellen Rahmenbedingungen dürfe man dabei nicht aus den Augen verlieren.

Fortsetzung im Dezember 2021

Die Verhandlungen zum TV-Ärzte/VKA werden am 16. Dezember 2021 fortgesetzt.

Alle Informationen sowie praktische Arbeitshilfen zum Tarifrecht finden Sie hier: Tarifrunde der Länder 2021