Einigung zum TV-Ärzte?

In der Tarifrunde TdL/Marburger Bund könnte Ende August eine Tarifeinigung mit Gehaltserhöhungen für die Ärzte an Universitätskliniken erzielt werden.

Verhandlungsparteien und Verhandlungsgegenstand

Der Marburger Bund ist die gewerkschaftliche Interessenvertretung aller angestellten und beamteten Ärztinnen und Ärzte in Deutschland. Er verhandelt zurzeit mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) über die Beschäftigungsbedingungen und Gehaltsbestandteile seiner rund 20.000 Mitglieder, die an den 23 Universitätskliniken angestellt sind und für die der TV-Ärzte gilt.

Höhere Nachtzuschläge und 8,9 Prozent mehr Gehalt

Zu Beginn der Tarifrunde Mitte Juli erhob der Marburger Bund die Kernforderung nach einer linearen Entgelterhöhung um 8,9 Prozent und einer besseren Bezahlung von Nacht- und Wochenendarbeit. Angesichts der derzeitigen Inflationsentwicklung sei eine solche Steigerung zwingend notwendig, die zugleich auch ein klares Signal der Wertschätzung an die Ärzteschaft darstelle.

Bezüglich der Aufwertung der Arbeit zu ungünstigen Zeiten sei nach Gewerkschaftsangaben zu berücksichtigen, dass in anderen Branchen wie der Industrie eine höhere Vergütung üblich sei und hier bewusst umgesteuert werden müsse. Wer in den Unikliniken nachts Dienst habe, arbeite regelmäßig durchgängig.

Kein Fortschritt in ersten beiden Verhandlungsrunden

Bei den ersten beiden Verhandlungsrunden, die am 11. Juli 2022 und 16./17. August 2022 stattfanden, konnte bisher keine Einigung erzielt werden. Unter Verweis auf die aktuelle wirtschaftliche Lage und der daraus resultierende geringe finanzielle Spielraum ermögliche es nicht, die Gewerkschaftsforderungen vollumfänglich zu erfüllen. Verwiesen wurde auch auf den TV-L, wo zum 1. Dezember 2022 die Löhne um 2,8 Prozent erhöht werden.

Durchbruch bei der dritten Runde?

Am 24. und 25. August 2022 finden weitere Gespräche in Berlin statt. Seitens der Ärztevertreter wird ein Arbeitergeberangebot erwartet, dass substantielle Verbesserungen beinhaltet, damit die Arbeitsbedingungen an den Universitätskliniken nicht von denen in nichtuniversitären Krankenhäusern abgekoppelt werden.