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Aufkommen des Smartphones in großem Stil in den Städten durchsetzte. Jedes

Car-Sharing-Auto kann viele Privat-Pkw ersetzen, die ansonsten gebaut und bezahlt

werden müssten und permanent Stellfläche bräuchten. Nutzen statt besitzen ist

zum Schlagwort der modernen Gesellschaft geworden.

Aber das ist eben nur die eine Seite der Digitalisierung. Andererseits ist die In-

formations- und Kommunikationstechnik in den vergangenen Jahren zu einem

veritablen Rohstoff- und Stromverbraucher geworden. Nach Zahlen des Borderstep

Instituts für Innovation und Nachhaltigkeit in Berlin benötigten im Jahr 2017 die

Rechenzentren in Deutschland 13,2 Milliarden Kilowattstunden Strom – ein An-

stieg um 21 Prozent binnen fünf Jahren. Die Summe entspricht inzwischen dem

jährlichen Stromverbrauch von Berlin.

Die Mengen dürften sogar noch weiter steigen, wie das Umweltbundesamt (UBA)

prophezeit: „Hierzu tragen auch die stärkere Nutzung zentraler IT-Ressourcen,

Cloud Computing sowie soziale Netzwerke bei.“ Das Fraunhofer IZM in Berlin

schätzt, dass der jährliche Stromverbrauch deutscher Rechenzentren bis zum Jahr

2025 auf 16,4 Milliarden Kilowattstunden ansteigen wird. Das sind dann bereits

rund drei Prozent des gesamten Stromverbrauchs in Deutschland.

Hinzu kommt: Nicht alleine der Energieverbrauch hinterlässt ökologische Spu-

ren, auch der Bedarf an unterschiedlichsten, oft seltenen Rohstoffen. „Droht der

Ressourcenfluch 4.0?“ fragte bereits der Deutsche Naturschutzring (DNR), der

Dachverband der deutschen Natur-, Tier- und Umweltschutzorganisationen. Denn

die Digitalisierung schaffe einen „ganz eigenen, spezifischen Rohstoffbedarf“.

Zahlreiche dieser Rohstoffe würden in den Ländern des globalen Südens gewon-

nen: „Schon jetzt leiden diese Staaten unter dem Ressourcenfluch: Ihr Rohstoff-

reichtum kommt nicht der Bevölkerung vor Ort zu Gute, sondern stabilisiert Dikta-

turen und korrupte Regime.“ Ein komplexes Thema also, im globalen Kontext

ohnehin.

Die vielschichtige Ökobilanz am Beispiel des 3D-Drucks

Aber selbst wenn man die Digitalisierung nur auf Basis der Umweltauswirkungen

im eigenen Land betrachtet, ist deren Bewertung nicht leicht. Exemplarisch zeigen

sich die gesamten Argumente – die ökologischen Gewinne, wie die Risiken für die

Umwelt – bei der Technik des 3D-Drucks, die sich nicht nur in Firmen, sondern

auch im privaten Umfeld zunehmend etabliert. Das Umweltbundesamt hat im

vergangenen Jahr einen „Trendbericht zur Abschätzung der Umweltwirkungen“

dieser neuen Entwicklung verfasst – und muss sich am Ende (natürlich) darauf be-

[

ASPEKTE DER NACHHALTIGKEIT

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