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Rohstoffverbrauch 4.0

Die Digitalisierung passt nicht immer zum Ziel der Nachhaltig-

keit. Manchmal aber doch – eine Gesellschaft auf der Suche

nach den ökologischen Leitplanken für den digitalen Wandel

BERNWARD JANZING

Wer einfache Antworten sucht, steht bei diesem Thema auf verlorenem Posten: Die

Frage, ob Digitalisierung zu mehr Nachhaltigkeit in Unternehmen und auch dem

gesamten Wirtschaftssystem führt, lässt sich nicht einfach mit ja oder nein beant-

worten. Für beide Positionen gibt es viele Beispiele – eine differenzierte Betrach-

tung tut also Not.

Denn einerseits gibt es zahlreiche Möglichkeiten, mit Algorithmen Abläufe in

Wirtschaft und Gesellschaft im Sinne einer effizienten Ressourcennutzung zu opti-

mieren: Geräte, die bedarfsgerecht gesteuert werden, sind ein bekanntes Beispiel.

Ein weiteres ist eine ausgeklügelte Transportlogistik, die dafür sorgt, dass Ladekapa-

zitäten von Lieferfahrzeugen optimal ausgenutzt werden, oder dass durch eine re-

gionale Bedienung von Kunden Ferntransporte von Waren reduziert werden. Auch

jede Reise, die durch eine Video-Konferenz verzichtbar wird, spart Geld und Roh-

stoffe ein. Ähnliches gilt für den Austausch von Dokumenten auf digitalem Wege.

Viele Kuriertransporte sind durch den Siegeszug der elektronischen Kommunika-

tion längst überflüssig geworden. Klar, dass der Branchenverband Bitkom betont:

„Wir müssen im Kampf gegen den Klimawandel noch stärker als bisher digitale

Innovationen nutzen.“

Ein wichtiges Feld ist auch die gemeinsame Nutzung von Gütern, die heute mit

dem Begriff der „Sharing Economy“ umschrieben wird. Diese lässt sich durch den

Einsatz digitaler Systeme optimieren, weil Anbieter und Nutzer von Produkten oder

Dienstleistungen schneller zusammenfinden. Bekanntestes Beispiel ist das Car-

Sharing, das zwar schon in den achtziger Jahren populär wurde, sich aber erst mit

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DIGITALISIERUNG UND NACHHALTIGKEIT

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