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viert, Arbeit aufzunehmen, geschweige denn, am Kurs teil-

zunehmen.

K

Sozialarbeiter in der Arbeitsvermittlung schildern folgende

Situationen:

Zuweisung des Klienten durch das Sozialamt; der Klient soll

in Arbeit vermittelt werden. Er hat null Motivation und lehnt

jeden Vorschlag ab.

Jugendlicher wird zugewiesen, soll Arbeiten oder Ausbil-

dung machen. Ist nicht motiviert, notwendige Wege zu gehen

oder hat keine Vorstellungen, was er will.

Der Auftrag, mit Jugendlichen zu arbeiten, die in Ausbildungs- und

Arbeitsverhältnisse vermittelt werden sollen, darauf jedoch

keinen

Bock haben

oder mit ihrem Bildungsstand nicht realisierbare, weit

überzogene Wünsche und Forderungen an die Gesellschaft und

Behörden haben, kann Sozialarbeiter an die Grenzen ihrer Leis-

tungsfähigkeit bringen.

Wenn Gerichte bei straffälligen Jugendlichen eine Betreuung anord-

nen, ergibt sich eine ähnliche Zwangssituation:

Betreuungen wer-

den vom Gericht angeordnet. Betroffene wollen oftmals keine

Betreuung.

Wer im Bereich der

Hilfe zur Arbeit

tätig ist, hat den Auftrag,

nicht auf Dauer materielle Unterstützung zu besorgen, ohne diese

Klienten zur Selbsthilfe zu motivieren. Diesen Typus bezeichnen wir

als unmotivierte Klienten. Diese Klienten befinden sich in einer

Notsituation. Sie können angeblich oder wirklich aus ihrer Problem-

lage nicht ohne Hilfe durch Soziale Arbeit herauskommen, die ihnen

oft gerade die

Hilfe zur Selbsthilfe

nicht vermittelt oder leisten

kann. Gleichwohl sind sie oft der Meinung, dass sie das können,

würde man sie nur lassen und nicht dauernd bevormunden. Auch

empfinden sie ihre Situation als eine, die von sozialer Benachtei-

ligung geprägt ist. Ihre reale Ausgrenzung wird so absolut gesehen,

dass für ihre Eigenverantwortung kein Platz bleibt.

Wenn man

mich nur in Ruhe ließe und mir die Mittel nicht vorenthalten würde,

die ich zu einem guten Leben brauche, dann wäre alles viel besser

und ich würde keine Hilfe benötigen.

Klienten mit dieser Perspekti-

ve haben oft lange andauernde Erfahrungen mit dem formellen

System sozialer Hilfen und sind auch davon mitgeprägt. Sozial-

arbeiter berichten bei Langzeitarbeitslosen oder Jugendlichen ohne

Soziale Arbeit ohne Motivation und Mitarbeit

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