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Grußwort der Leiterin des Jugendamts Hanau

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Grußwort der Leiterin des Jugendamts Hanau

Das Jugendamt im Spannungsfeld zwischen Innovation

und Garantenhaftung. Ein selbstkritischer Rückblick.

20 Jahre Familie imMittelpunkt im Jugendamt Hanau. Ein guter An-

lass, sich mit dem „Erwachsenwerden“ dieser Kriseninterventions-

methode auseinanderzusetzen.

1998 fand eine interne Untersuchung im Kommunalen Sozialen

Dienst der Stadt Hanau statt zum Jugendhilfeverlauf in stationären

Erziehungshilfen in Kombination mit stattgefundenem Sorgerechts-

entzug. Als Ergebnis war festzustellen, dass diese Fremdplatzierun-

gen regelhaft höchst problematisch verliefen, da sich die betroffe-

nen Kinder und Jugendlichen nur bedingt auf die Hilfemaßnahmen

einlassen konnten. Als mitbestimmender Faktor wurde hier die Bot-

schaft der Eltern an ihre Kinder gesehen, dass diese nicht gehen dür-

fen. Auch war festzustellen, dass die Eltern nach stattgefundenem

Sorgerechtsentzug kaum mehr zur Kooperation mit dem Jugend-

amt bereit waren. Aktive Elternarbeit war kaum möglich, die Unter-

bringung der Kinder somit auf Verselbstständigung angelegt. Als

Ergebnis tiefgehender Fallanalysen wurde damals im Kolleg_innen-

kreis die Notwendigkeit gesehen, alternative Erziehungshilfen mit

folgenden Zielen zu entwickeln:

• Sicherstellung des Kinderschutzes in Gewaltsystemen,

• Verstärkung der Elternarbeit, mit dem Ziel diese in ihrer elterli-

chen Verantwortung zu belassen,

• Vermeidung des „machtbesetzen“ Sorgerechtsentzuges, damit

die Eltern ihre Zustimmung zu Fremdplatzierungen ihrer Kinder

geben können.

Im Fokus des Jugendamtes war hier die Unterbringung der Kinder

z. B. im Rahmen der Inobhutnahme oder auch einer stationären

Erziehungshilfe mit zeitlicher Befristung. In dieser Zeit sollte aktive,

hochkonzentrierte Elternarbeit geleistet werden, um die Probleme

zu bearbeiten, die zur Einleitung eines Sorgerechtsentzuges führen

können, und somit die Rückführung der Kinder ermöglichen

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Interne Auswertung Stadt Hanau: Projekt „Alternative Erziehungshilfen zur

Vermeidung der Fremdplatzierung von Kindern auf Grundlage des § 1666

BGB“, Andrea Knips-Profeld, 2002.