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Grußwort des Vorstandes der Albert-Schweitzer-Kinderdörfer Hessen e. V.

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www.WALHALLA.de

Herr Jährling war Mitbegründer und in den ersten Jahren Vor-

standsvorsitzender der BAG FiM und dadurch federführend mitver-

antwortlich für die bundesweite Ausdehnung von FiM.

Nach 20 Jahren können wir festhalten, dass FiM eine hohe Nachhal-

tigkeit nachweisen kann und die Anfragesituation nach wie vor

sehr gut ist. In keiner anderen Einrichtung der Jugendhilfe hat sich

FiM so kontinuierlich und erfolgreich durchsetzen können wie im

ASK Hessen e. V. Die Jugendämter zeigen sich immer wieder neu

beeindruckt über die hohe Erfolgsquote (80 % Vermeidung von

Fremdplatzierung) von FiM.

Der FiM-Evaluations-Jahresbericht 2017 von SATEP zeigt deutlich den

Erfolg auf: In 20 Jahren wurden 445 Familien mit 978 Kindern durch

unsere FiM-Mitarbeiter_innen betreut. Davon waren 810 Kinder und

Jugendliche direkt von einer Herausnahme aus der Familie bedroht.

Nach Beendigung der Hilfe konnten 787 (!) Kinder und Jugendliche

in ihren Familien bleiben, weil die akuten Krisen gelöst werden konn-

ten. Ich finde, das ist ein sehr beeindruckendes Ergebnis.

Neben den inhaltlichen Aspekten überzeugt FiM auch wirtschaft-

lich. Zwar kostet ein FiM-Fall für vier Wochen ca. 8.000 Euro. Wenn

dadurch aber eine mehrjährige stationäre Unterbringung (65.000

bis 70.000 Euro pro Jahr) vermieden werden kann, braucht man

kein Rechenkünstler zu sein, um zu erfassen, wie viel Kosten die

Jugendämter durch diese erfolgreiche Krisenintervention sparen

können. Es gibt keine mir bekannten Hilfen, die eine so hohe Kos-

ten-Nutzen-Relation nachweisen können.

Mein ganz besonderer Dank gilt den zahlreichen Mitarbeiter_innen

von FiM, die sich in dieser Methode haben ausbilden lassen und sehr

engagiert und mit viel Überzeugung in den Fällen arbeiten.

Vier Wochen (bei Verlängerung sechs Wochen) jeden Tag in den

Familien zu arbeiten und über eine Rufbereitschaft immer für die

Familien erreichbar zu sein, erfordert ein hohes Maß an Flexibilität

und Durchhaltevermögen.

Um erfolgreich zu arbeiten, muss der/die Mitarbeiter_in den viel-

seitigen Methodenkoffer von FiM beherrschen und wissen, was er

wann und bei welchen Familien anwenden kann. Darüber hinaus

muss er/sie eine starke Persönlichkeit sein, die auch mit Gewaltan-

drohung und Aggressionen umgehen kann. Die Methode FiM kann

nur erfolgreich sein, wenn gut ausgebildete Mitarbeiter_innen sie

gut beherrschen.