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Arbeitsmarktbezogene Grundzusammenhänge

43 Prozent im Jahr 2009 gestiegen. Im gleichen Zeitraum hat sich der An-

teil von Personen ohne einen beruflichen Bildungsabschluss (ISCED 1 + 2)

in dieser Gruppe von 41 Prozent auf 25 Prozent reduziert“ (Brücker 2013,

S. 12).

Gefordert wird seit Langem eine geregelte Zuwanderungspolitik, so wie es

die Einwanderungsstaaten USA, Kanada und Australien seit Jahrzehnten

vormachen. Das Institut zur Zukunft der Arbeit (Hinte u. a. 2011) hat

hierzu ein erstes Punktesystem vorgelegt, in dem differenziert zwischen

Hochqualifizierten und allgemeinen Fachkräften folgende Faktoren eine

Rolle spielen: a) der Bildungsabschluss, b) die Sprachkenntnisse, c) die Be-

rufserfahrung, d) das Lebensalter, e) das Arbeitsplatzangebot und abschlie-

ßend besondere Integrationsvorteile (Studium in D., LebenspartnerIn

qualifiziert, Aufenthalte oder Verwandte in D., Integrationskurs etc.).

Auswirkungen der demografischen Entwicklung

Trotzdem befürchten nicht nur Wirtschaftswissenschaftler, dass aufgrund

der aufgezeigten demografischen Trends Wachstumsverluste auftreten,

Kapitalrendite und Realkapitalbildung zurückgehen, die Investitions- und

Innovationsraten sinken und der intergenerative Umverteilungsdruck er-

heblich zunehmen wird (vgl. Sievert/Klingholz 2012). Ein Risiko für Wirt-

schaft und Gesellschaft, und gleichzeitig die Chance für Arbeitsagenturen

und Jobcenter, arbeitslose Menschen zu qualifizieren und im Arbeitsmarkt

zu positionieren.

Die angebotene Arbeitszeit

Angebotene wie nachgefragte Arbeitszeit sind in den letzten Jahrzehnten

– zumindest in den alten Bundesländern – mittels der vertraglichen Verein-

barungen der Tarifvertragsparteien weitgehend bestimmt gewesen. Im

Zuge der Krise des Flächentarifvertrages werden aber immer häufiger Ar-

beitszeiten auch auf betrieblicher Ebene vereinbart. Für die individuelle

Entscheidung des Arbeitszeitangebots spielen sicherlich Einflussgrößen

wie Familieneinkommen, Vermögen, Haushaltsgröße (zu betreuende Kin-

der, pflegebedürftige Angehörige) oder persönliche Wertpräferenzen

(Einkommensverzicht zugunsten von Freizeit) eine zentrale Rolle. Eine eu-

ropaweite Repräsentativerhebung zu Erwerbswünschen und Arbeitszeit-

präferenzen förderte ein großes Interesse an kürzeren Arbeitszeiten zu-

tage, weniger i. S. einer allgemeinen Arbeitszeitverkürzung als vielmehr

verstärkte Teilzeitangebote auch auf qualifizierten Arbeitsplätzen, Zeit-

kompensationen von Mehrarbeit und Sabbaticals (vgl. Bielenski 2000). Eine

Studie des DIW konnte zeigen, dass „die in der arbeitsmarktpolitischen Dis-

kussion häufig übersehenen Zeitpräferenzen der Arbeitnehmer und Ar-

beitnehmerinnen von hoher Relevanz für die Lebens-, Gesundheits- und

Arbeitszufriedenheit sind. Fallen gewünschte und realisierte Arbeitszeit