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Arbeitsmarkttheoretische Grundlagen

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gere Lebenserwartung haben als Wohlhabende (vgl. Lampert u. a. 2013).

Der sozioökonomische Status nimmt gravierend Einfluss auf Gesundheit

und Lebenserwartung der Menschen mit der Folge, dass für Menschen bei-

spielsweise in der Grundsicherung das Risiko einer geringeren Lebens-

erwartung zunehmen wird.

Altersaufbau und sinkende Geburtenziffern werden weitreichende Aus-

wirkungen auf Wirtschaft und Gesellschaft haben. Betroffen sind vor allem

die sozialen Sicherungssysteme, die (betriebliche) Aus- und Weiterbildung,

das Markt- und Konsumgeschehen, die öffentliche Infrastruktur, die Wohn-

situation, das intergenerative Zusammenleben, die Pflegesituation sowie

Fragen der Zuwanderung.

Jugend- und Altersquotient

Der Jugendquotient

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ist zwischen 1955 und 2009 von 50,2 Prozent auf

31,0 Prozent gefallen, während gleichzeitig der Altersquotient

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von

18,1 Prozent auf 34,1 Prozent zunahm. Diese Verschiebungen belegen die

Bedeutung des intergenerativen Wandels und zeigen auch, dass politische

Maßnahmen – wenn überhaupt – nur mittel- bis langfristig Wirkungen ent-

falten können.

Demografische Trägheit

Um diesen Trends entgegenzuwirken, werden seit mehr als einem Jahr-

zehnt in der Politik unterschiedliche familienunterstützende Maßnahmen

diskutiert, bei denen es im Regelfall um finanzielle Unterstützung ging.

Erst mit dem Bildungspaket und dem Ausbau der Ganztagsbetreuung so-

wie dem Recht auf einen Kindergartenplatz hat sich die Politik entschlos-

sen, auch strukturelle Veränderungen anzupacken.

Dabei drängt die Zeit, denn gerade diese Trends zeichnen sich durch eine

„demografische Trägheit“ aus, die sich kurzfristigen Maßnahmen weit-

gehend entziehen und sich in nahezu allen europäischen Staaten ähnlich

entwickeln, sodass Entlastung aus den europäischen Nachbarstaaten ein-

schließlich der ost- und südosteuropäischen Staaten nicht zu erwarten ist.

Selbst die momentan erkennbaren kurzfristigen Wanderungsgewinne aus

Südeuropa beeinflussen den Trend nicht nachhaltig.

Im Altersaufbau der Bevölkerung ist quasi die Vergangenheit abgebildet,

sodass es selbst bei abrupten und nachhaltigen Veränderungen der Gebur-

ten- oder Sterbeziffern nur sehr langsam – über mehrere Generationen

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Jugendquotient: Altersgruppe der unter 20-Jährigen bezogen auf die Altersgruppe

der 20- bis unter 65-Jährigen (in manchen Publikationen auch 20–60 Jahre).

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Altersquotient: Altersgruppe der über 65-Jährigen bezogen auf die Altersgruppe der

20- bis unter 65-Jährigen.