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Arbeitsmarktbezogene Grundzusammenhänge

Für die Zukunft ist entscheidend, ob sich die Bereitschaft der Deutschen zu

mehr Kindern zumindest mittel- und langfristig wieder ändert. Die bisher

vorliegenden Befragungsergebnisse bieten ein eher düsteres Bild: „Die

dargestellten Daten zeigen demnach, dass erstens immer weniger Frauen

und vor allem Männer überhaupt planen, ein Kind zu bekommen. Zwei-

tens werden insbesondere die Übergänge zum ersten und zum zweiten

Kind seltener realisiert als von Frauen geplant“ (Tivig/Waldenberger 2011,

S. 25).

Lebenserwartung

Bei sinkender Geburtenrate werden gleichzeitig die Lebenden immer älter.

Betrug im Jahr 1900 die durchschnittliche Lebenserwartung in Deutschland

noch 48 Jahre für Frauen und 45 Jahre für Männer, so stieg sie bis Ende der

90er-Jahre auf rund 81 Jahre für Frauen und 75 Jahre für Männer (BGW).

Für das Jahr 2009 weist die Sterbestatistik eine Alterserwartung bei Män-

nern von 77,3 Jahren, bei Frauen von 82,5 Jahren aus.

Tabelle 1: Lebenserwartung – Projektionen 2030 und 2060

Ge-

schlecht

Lebenserwartung bei Geburt

Zuwachs in Deutschland

gegenüber 2006/2008*

2006/

2008

Deutsch-

land

Basisannahme

(L1)

Annahme

starker

Anstieg (L2)

Basisannahme

(L1)

Annahme

starker

Anstieg (L2)

2030 2060 2030 2060 2030 2060 2030 2060

Männer 77,2

81,0 85,0 82,3 87,7 +3,8 +7,8 +5,1 +10,6

Frauen 82,4

85,7 89,2 86,7 91,2 +3,3 +6,8 +4,3 + 8,8

Differenz 5,2

4,7 4,2 4,4 3,5 –0,5 –1,0 –0,8 – 1,8

* Abweichungen durch Rundungsdifferenzen möglich

Quelle:

BMI 2011, Demografiebericht, S. 22

Prognostisch werden bis zum Jahr 2060 die Deutschen eine Lebensspanne

um 90 Jahren erreichen, je nachdem welche Annahme man den Projektio-

nen zugrunde legt. Allerdings ist zu hinterfragen, ob die Annahme einer

stetig höheren Lebenserwartung berechtigt ist. Die höhere Lebenserwar-

tung der Menschen überrascht nicht, sondern ist das Ergebnis einer syste-

matischen und für alle Bevölkerungsschichten gleichermaßen gestiegenen

Gesundheitsversorgung. Die erkennbaren Entwicklungen im Bereich der

Gesundheitsversorgung und Pflege lassen berechtigte Zweifel daran auf-

kommen, ob eine höhere Lebenserwartung für alle erreichbar ist. Relativ

unbestritten in der empirischen Forschung ist, dass Niedriglohnbezieher

und von Armut betroffene oder bedrohte Menschen eine insgesamt gerin-