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Arbeitsmarktbezogene Grundzusammenhänge

1.1.2 Das Angebot an Arbeitsleistung

Der Begriff Arbeitsleistung erfasst die Größen des Angebots, die auf den

Arbeitsmärkten wirksam werden. Es handelt sich um

die Gesamtzahl der auf dem Arbeitsmarkt sich anbietenden Menschen

(quantitativer Aspekt, beeinflusst durch demografische Entwicklungen

und Wanderungen),

ihre angebotene Arbeitszeit, das sog. Arbeitsvolumen (beeinflusst

durch die familiäre Situation, das gesamte Haushaltseinkommen, pri-

vate Vermögen und Wertpräferenzen) und

ihre vorhandene Produktivität (qualitativer Aspekt i. S. von Qualifika-

tion/Humankapital, Motivation und Leistungsorientierung).

Vergleichbare Größen entfalten auch auf der Nachfrageseite (betriebliche

Seite) ihre Wirkung. Ein optimaler Arbeitsmarktausgleich gelänge nur,

wenn alle drei Größen auf der Angebot- und Nachfrageseite des Arbeits-

marktes übereinstimmen. In einer freiheitlichen und marktwirtschaftlich

orientierten gesellschaftlichen Verfassung dürfte dies jedoch – wenn über-

haupt – immer nur kurzfristig auftreten.

Demografische Entwicklungen

Basisgröße eines jeden Arbeitskräfteangebotes ist die Bevölkerung eines

Landes, die bestimmt wird

a. vom generativen Verhalten der Bevölkerung (Geburtenziffer, Frucht-

barkeit),

b. von der Alterung und Sterblichkeit (a und b bilden die demografischen

Komponenten i. e. S.) und

c. den Wanderungssalden und Pendlerströmen.

Geburtenziffer

Ähnlich einer Arbeitsmarktbilanz wird aus den Geburten und Sterblich-

keitsfällen die jährliche Bevölkerungsbilanz gezogen. Sieht man sich diese

drei Bestimmungsgrößen näher an, so zeigt sich, dass die Geburtenziffer

sowohl in den alten wie den neuen Bundesländern seit den 60er-Jahren

kontinuierlich gesunken ist, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen.

Seit 1971 übersteigt die Anzahl der Sterbefälle die Zahl der Lebendgebo-

renen. „Die zusammengefasste Geburtenziffer ist seit Ende des 19. Jahr-

hunderts von 4,7 Kindern je Frau auf das heutige Niveau von etwa 1,4 ge-

fallen. Ursache dafür waren zwei einschneidende Geburtenrückgänge zu

Beginn des 20. Jahrhunderts und Ende der 1960er Jahre“ (Grünheid/Fied-

ler 2013, S. 26). Zusätzlich fallen in diesem Zeitraum natürlich die Folgen

der beiden Weltkriege ins Gewicht.