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Arbeitsmarkttheoretische Grundlagen

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Es sollte klar geworden sein, dass der Arbeitsmarkt eben

kein

Markt wie je-

der andere ist. Wir werden uns in den nachfolgenden Ausführungen auf

drei zentrale Fragestellungen beschränken, wissend, dass die Komplexität

arbeitsmarktlichen Geschehens immer weiter reicht, als es hier skizziert

wird:

1. Wie viele Menschen bieten ihre Arbeitsleistung wann und warum an?

Wie viele Unternehmen fragen wann und warum nach Arbeitskräften?

Welche Bestimmungsfaktoren von Angebot und Nachfrage lassen sich

hierfür identifizieren?

2. Welche Arbeitsmarktungleichgewichte gibt es bzw. welche Arten von

Arbeitslosigkeit lassen sich voneinander abgrenzen? Den oftmals un-

übersichtlichen, teilweise widersprüchlichen Definitionen in zahlrei-

chen Lehrbüchern wollen wir ein klar gegliedertes Grundschema ge-

genüberstellen, aus dem sich die meisten übrigen Ausprägungen leicht

ableiten lassen.

3. Wie erklären Sozialwissenschaftler und Ökonomen das Entstehen von

Arbeitslosigkeit und Dumpinglöhnen?

Zu diesem Zweck soll zunächst die Logik des deskriptiv angelegten „Kon-

ten-Modells“ aus dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung vor-

gestellt werden, in dem nacheinander die Arbeitskräfte-Nachfrageseite,

die entsprechende Angebotsseite und die Arbeitsmarktbilanz betrachtet

werden. Anschließend folgt eine kurze Übersicht über die gängigen Ar-

beitslosigkeitsarten und deren Verursachungszusammenhänge, bevor wir

uns am Ende einigen theoretischen Erklärungsmustern im Hinblick auf die

Funktionsweise von Arbeitsmärkten widmen.

Auf eine Einbettung der Grundzusammenhänge in das gesellschaftliche

Gesamtgefüge der sozialen Marktwirtschaft wird an dieser Stelle verzich-

tet. Auch eine weitergehende Einführung in volks- und betriebswirtschaft-

liche Zusammenhänge ist hier nicht vorgesehen. Es sei nur so viel ange-

merkt, dass sich soziale Marktwirtschaft in diesem Verständnis auszeichnet

durch die Sicherstellung marktwirtschaftlicher Prinzipien und das Bemü-

hen um einen sozialen Ausgleich, zu dem die Sozialversicherungen wie

auch Arbeits- und Verbraucherschutz oder ökologische Maßnahmen gehö-

ren. Soziale Marktwirtschaft setzt in diesem Verständnis einen aktiven

Staat voraus.

Zur besseren Verständlichkeit der verschiedenen Themenkomplexe werden

wir mit Schaubildern arbeiten, die das Verständnis erleichtern sollen. Ein

Grundverständnis arbeitsmarkttheoretischer Zusammenhänge kann man

dabei auch ohne weitreichendere Kenntnisse der höheren Mathematik ge-

winnen.